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Professionelles Netzwerken

Im Benchmarking Circle von den Erfahrungen anderer lernen

Kontakte knüpfen und pflegen – für den erfolgreichen Berufsalltag unabdingbar. Doch reicht die Mitgliedschaft auf Xing. LinkedIn & Co. aus? Was die Zusammenarbeit im C4B Benchmarking Circle von anderen Netzwerken unterscheidet

Vitamin B, Connections, Community – egal, wie man es nennt: Im Berufsalltag ist es wichtig, die richtigen Kontakte zu haben. Wie es auch das altbekannte Sprichwort sagt: „Kontakte schaden nur dem, der keine hat.“ In Zeiten von Internet und Social Media scheint das Netzwerken viel einfacher und fast wie selbstverständlich zu funktionieren. So sind auch die Zuwachsraten der Business-Plattformen enorm: Rund 15 Millionen Mitglieder sind inzwischen bei dem Netzwerk Xing in der D-A-C-H-Region angemeldet, LinkedIn hat im deutschsprachigen Raum rund 13 Millionen Mitglieder, weltweit sogar rund 600 Millionen. Doch wie nützlich sind diese Kontakte? Ein Blick auf das eigene Verhalten ist da schon hilfreich. Wie viele Kontakte haben Sie bei den Business-Netzwerken? Und – Hand aufs Herz – wie viele davon pflegen Sie aktiv? Meiner Erfahrung nach nutzen die meisten Menschen Xing und LinkedIn so, wie ich das tue – als eine Art selbstaktualisierendes Adressbuch. Ein persönlicher Austausch findet auf diesen Plattformen eher selten statt. Nützlich auf beiden Plattformen hat sich inzwischen das Teilen von Informationenerwiesen. Beispielswiese kündigen wir auch unsere neuen Blogbeiträge über Xing an. LinkedIn bietet sogar die mögliche Veröffentlichung von eigenem Content über die „Artikel schreiben“-Funktion. Auf diesem Weg kann man seinem Netzwerk etwas zurückgeben.

Doch wie sieht es aus, wenn man selbst auf der Suche nach der Lösung für ein Problem ist? Wenn man eine konkrete Fragestellung aus dem unternehmerischen Alltag hat? Oder eine Empfehlung benötigt, zum Beispiel für einen Experten oder eine Software? Hier kommt es entscheidend auf gute, verlässliche und vor allem persönliche Kontakte an. Ein strategisches Netzwerk zu schaffen ist zeitaufwendig. Und: Wer Netzwerke erst aufbaut, wenn er auf der Suche nach der Lösung für ein Problem ist, wird in den meisten Fällen keinen Erfolg haben. Denn dann ist es häufig zu spät.

Um außerhalb des eigenen Unternehmens Kontakte zu Menschen zu knüpfen, mit denen man sich auch über fachliche Belange austauschen kann, bieten sich eine Reihe von Anlässen an:

  • Messen
  • Fachforen
  • Seminare
  • Mitgliedschaften in Fachverbänden
  • Branchenstammtische

Auf diesen Veranstaltungen geht es um den fachlichen Austausch, vielfach trifft man dort Manager aus anderen Unternehmen mit vergleichbarer Aufgabenstellung. Häufig gehen jedoch die Impulse, die Sie auf Seminaren und Tagungen erhalten, wieder verloren, weil sie nicht gepflegt werden und weil Ihnen das wichtigste Element fehlt: der Austausch mit anderen und damit das Lernen von den Erfahrungen anderer.

Genau das bieten unsere Benchmarking Circle: Eine Möglichkeit zum vertiefenden fachlichen Austausch auf Augenhöhe mit anderen Manager*innen aus dem Rechnungswesen und Controlling. C4B ist das Finance-Netzwerk in Deutschland. Unsere Teilnehmer wählen die Fachthemen aus den Bereichen Rechnungswesen & Controlling (Finance) oder strategische Themen, je nach ihren aktuellen Erfordernissen aus. Alle gewählten Fachthemen werden praxisnah bearbeitet und diskutiert, so dass sie viele Ideen und Impulse für die Umsetzung im eigenen Unternehmen erhalten. Bei konkreten Fragestellungen wird nach Bedarf ein Kontakt zu einem anderen Unternehmen mit ähnlichen Fragestellungen und Lösungen hergestellt oder ein persönlicher Austauschtermin durch C4B organisiert. Wir sind auch die Anlaufstelle für fachliche Beratung bzw. zu individuellen Fragestellungen zwischen den Veranstaltungen.

Für die Veranstaltungen engagieren wir Experten aus der Praxis, die im Benchmarking Circle Impulsvorträge halten, sie bereichern die Diskussionen und geben viele Anregungen. Und ein ganz entscheidender Vorteil: Die Benchmarking Circle zeichnen sich durch eine vertrauensvolle, offene und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Führungskräfte untereinander aus. Es kann also auch ganz offen über Problemstellungen gesprochen werden, denn alle Teilnehmer haben eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet. Der wichtigste Erfolgsfaktor der Benchmarking Circle ist die Auswahl der Teilnehmer. Wir achten darauf, dass Funktionen, Unternehmensgrößen und Persönlichkeiten zusammenpassen. Jedes Mitglied soll etwas bieten können und jedes Mitglied soll profitieren.

Wenn Sie mehr über unser professionelles Finance-Netzwerk wissen möchten, dann schreiben Sie mir gerne: u.schroeder@c4b-team.de oder rufen mich an: Tel. 04102 – 217 0 262

Sie sind Führungskraft im Rechnungswesen und Controlling und möchten an einem Benchmarking Circle teilnehmen, dann haben Sie hier die Gelegenheit sich für ein Thema anzumelden: https://c4b-team.de/c4b-veranstaltungen/eventkalender/

 

„Ich bin ein Zahlenmensch“ – Ein Interview mit Denis Glowicki 960 640 C4B

„Ich bin ein Zahlenmensch“ – Ein Interview mit Denis Glowicki

Er ist immer in Bewegung – beruflich wie privat. Der leidenschaftliche Zahlenmensch Denis Glowicki findet als Leiter Finanzen bei der Wicke GmbH + Co. KG die beruflichen Herausforderungen, die er immer gesucht hat. Privat fordert sich der Familienvater beim Crossbike-Fahren.

Sein Tag dürfte einfach ein paar Stunden mehr haben. Denis Glowicki hat einen prall gefüllten Arbeitstag, zusätzlich engagiert sich der Familienvater als Experte bei Finance-Projekten und absolviert überdies noch anspruchsvolle Radtouren mit seinem Crossbike. Dinge in Bewegung zu bringen – das motiviert Denis Glowicki. Wie passend, dass der Manager für ein Unternehmen tätig ist, dass ebenfalls für Bewegung sorgt. Die Wicke GmbH + Co. KG aus Sprockhövel im südlichen Ruhrgebiet ist einer der weltweit führenden Hersteller industrieller Räder und Rollen. Der 44-Jährige, der seit Januar 2019 Mitglied der Geschäftsleitung des mittelständischen Unternehmens ist, liebt seine anspruchsvolle Aufgabe. „Wir haben Produkte zum Anfassen. Wenn ich das anfassen kann, für das ich arbeite, dann weiß ich auch, wofür ich mich engagiere“, sagt er. Glowicki geht gern in die Produktion von Wicke, dort wo geschweißt und geschmiedet, gespritzt und gegossen wird. Regelmäßig nimmt er Einblick in die Produktion, denn konventionelles Drehen hat er während seiner Schulzeit auch mal gelernt. Dabei sind es eigentlich die Zahlen, die ihn schon seit seiner Jugend faszinieren.

Zahlen wurden ihm in die Wiege gelegt
Schon als Schüler ist Denis Glowicki klar, dass er einmal mit Zahlen arbeiten möchte. Die Affinität dafür wird ihm bereits in die Wiege gelegt, seine Mutter ist Bankkauffrau. „Ich bin einfach ein Zahlenmensch. Zunächst habe ich überlegt, eine Ausbildung zum Statiker zu machen, doch dann wurde es der Finanzbereich“, sagt Glowicki. Er beginnt ein Fachhochschulstudium im Finanzamt im Bereich Bilanzierung und Steuerrecht und arbeitet als Prüfer im Außendienst. Doch das reicht ihm nicht. Gerade die Beamtenurkunde in der Hand, wechselt er mit 27 Jahren kurzerhand in eine Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Wuppertal. Zu diesem Zeitpunkt ist Glowicki der jüngste Steuerberater Nordrhein-Westfalens. Die neue Aufgabe bietet ihm ganz andere Perspektiven auf Bilanzen und Steuern. „Vor allem musste ich die reine Prüfersicht ablegen und wirtschaftlich denken“, sagt der Manager.

Angekommen im Wunschberuf
Die abwechslungsreiche Tätigkeit in der Beratung liegt ihm, er schätzt vor allem die Erfahrungen, die er mit den Mandaten sammelt. Für sechs Jahre lebt er vor allem aus dem Koffer. Doch das unruhige Leben wird ihm irgendwann zu viel. Denis Glowicki und seine Frau erwarten ein Baby. „Ich wollte nicht mehr ständig unterwegs sein und auch gerne internationaler arbeiten.“ Kurz vor dem Wechsel in ein internationales Medienunternehmen wird er auf die Aufgabe bei Wicke aufmerksam. Das Unternehmen mit über 300 Mitarbeitern am Hauptsitz in Sprockhövel unterhält weitere Fertigungsstätten in der Tschechischen Republik und der Volksrepublik China. Zudem gibt es weltweit operative Service-, Montage- und Distributionszentren. Bei seinem Wechsel als Leiter Finanzen, Rechnungswesen und Steuern in das Unternehmen ist Denis Glowicki 34 Jahre alt. In seinen mehr als zehn Jahren Unternehmenszugehörigkeit übernimmt er für eine Zeit lang auch die HR-Abteilung. Seit Januar 2019 ist Glowicki Mitglied der Geschäftsleitung, seine Aufgabe konzentriert sich auf den Bereich Group-Controlling und -reporting. 2012 führt er bei Wicke ein BI-Tool ein, um wiederkehrende Aufgaben und Auswertungen damit zu automatisieren. Die meisten Skripte und Dashboards erstellt er nach wie vor selbst. „Der Umsatz unseres Unternehmens hat sich seit meinem Einstieg vor zehn Jahren verdreifacht. Dazu mussten auch die Strukturen mitwachsen – und diesen Prozess zu begleiten erfüllt mich sehr“, sagt Glowicki.

Keine Angst vor Fehlern
„Fast jeden Tag stehe ich vor neuen Herausforderungen, das treibt mich an. Man lernt nie aus und darf keine Angst vor Fehlern haben“, sagt der Manager. Das Finanzwesen kennt Denis Glowicki aus unterschiedlichen Perspektiven. Bei Wicke ist der Manager beruflich angekommen, wie er selbst sagt. Das Thema Prozesse findet er besonders spannend und engagiert sich deshalb auch als Experte bei den C4B Manuals, einer Arbeitshilfe für eine schematische Prozessdokumentation. Sie ermöglicht Unternehmen, ihre IST-Prozesse mit den vorgelegten Musterprozessen zu vergleichen und einfach auf die Situation im Unternehmen zu übertragen. „Im Finance-Bereich liegen noch unheimlich große Einsparpotenziale, das können auch gerne einmal bis zu 95 Prozent sein“, sagt Denis Glowicki. „Doch viele Unternehmen haben diese noch nicht gehoben. Vielfach, so meine Einschätzung, weil sie gar nicht wissen, wie sie es anfangen sollen“, so der Finance-Manager. „Es geht schon damit los, dass die Begriffe Digitalisierung und Automatisierung in einen Topf geworfen werden. Aber da gibt es einen großen Unterschied, denn: Nur das, was digitalisiert ist, kann auch automatisiert werden. Beispielsweise können nur digital erfasste Belege automatisiert bearbeitet werden“, erklärt Glowicki. Er ergänzt: „Die meisten Unternehmen werden es sich in Zukunft nicht mehr leisten können, Mitarbeiter als ‘humanoide Datentransporteure’ oder ‘Analog-Digital-Datenumwandler’ zu beschäftigen. Das ist für mich der Kernpunkt der Automatisierung im administrativen Unternehmensbereich.” Um sich in Richtung Digitalisierung aufmachen zu können, sei es aber zunächst erforderlich, dass man als Unternehmen seine Prozesse kennt – und sie sauber dokumentiert. „Um das Thema Prozess- beziehungsweise Verfahrensdokumentation kommen Unternehmen aufgrund der GoBD sowieso nicht herum“, sagt Glowicki. Um Schnittstellen zu programmieren, müsse man wissen, woher die Daten kommen, was mit ihnen gemacht wird und wofür die Daten verwendet werden. „Bei uns im Unternehmen kommen die meisten Verbesserungsvorschläge von den Auszubildenden, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Sie durchlaufen einmal alle Abteilungen im Unternehmen und lernen dadurch die Schnittstellen zwischen den Abteilungen kennen. Nur wenn man diese Schnittstellen kennt, kann man auch etwas verbessern.“

„Ich kann nur einfach“ – ein Interview mit Werner Brinkkötter 1024 660 C4B

„Ich kann nur einfach“ – ein Interview mit Werner Brinkkötter

Eigentlich wollte er ja Rennfahrer werden. Als Head of Accounting bei der August Storck KG ist Werner Brinkkötter nun scheinbar weit entfernt von diesem Berufswunsch aus Kindertagen.Wer den umtriebigen Manager kennenlernt, bemerkt jedoch schnell, dass die berufliche Laufbahn des Finance-Managers durchaus einige Gemeinsamkeiten mit dem Rennsport aufweist.

Stehenbleiben kam für Werner Brinkkötter nie in Frage. Wenn er im Mai 2019 in den Ruhestand geht, blickt er auf 38 Jahre bei der August Storck KG, einem der zehn größten Süßwarenhersteller der Welt, zurück. Es waren bewegte Jahre. In seiner Funktion als Head of Accounting steuert Brinkkötter heute die zentral organisierte Buchhaltung des Unternehmens mit seinen über 30 weltweit tätigen Tochtergesellschaften. 38 Jahre, in denen der gebürtige Niedersachse viel bewegt hat und den Finance-Bereich des Unternehmens erfolgreich ins digitale Zeitalter führte.

„Mach das, woran Du Spaß hast“
Dabei waren Finanzen nicht einmal seine erste Liebe, es dauerte noch ein wenig, bis er die Leidenschaft dafür entdeckte. Seine Ausbildung absolviert Werner Brinkkötter beim Verbrauchsgüter-Konzern Unilever und arbeitet dort zehn Jahre im Vertrieb. Nach einer weiteren Station, diesmal in der Vertriebsplanung und -steuerung für ein Unternehmen der Fleischwarenindustrie, fängt Brinkkötter 1981 schließlich bei der August Storck KG in Halle in Westfalen an. Das Unternehmen, das bis heute in Familienbesitz ist, startete 1903 als Bonbonfabrikant. Mittlerweile gehört Storck zu den zehn größten Süßwarenherstellern der Welt – mit bekannten Marken wie Toffifee, Merci, Werthers oder Nimm2. Über 100 Länder weltweit werden mit den Marken und Produkten beliefert, mehr als 6.000 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen. Getragen wird Werner Brinkkötter von einem, wie er selbst sagt, einfachen Motto: „Mach das, woran Du Spaß hast. Du musst Spaß an der Aufgabe haben, der Rest kommt dann von allein.“ Dass das funktioniert, zeigt sein beruflicher Werdegang.

Steckenpferd Digitalisierung
Brinkkötter beginnt zunächst im Controlling von Storck, zehn Jahre lang ist er mit Kalkulationsaufgaben befasst. Anfang der 90er Jahre wechselt der heute 65-Jährige in den Bereich Finanzen und Buchhaltung. Er macht noch einen Abschluss zum Bilanzbuchhalter, vom Vice-Head wurde er zum Head of Accounting beim dem weltweit tätigen Zucker- und Süßwarenspezialisten. Stillstand scheint ein Fremdwort für Werner Brinkkötter zu sein. Er hat Visionen für das Unternehmen – und treibt diese energisch voran. „Den Weg in die Digitalisierung zu gehen, das war mein Steckenpferd“, sagt Brinkkötter. „Es begann damit, erst einmal das Papier abzuschaffen, Belege einzuscannen und digital aufzubewahren.“ Als die Technik Ende der 90iger Jahre soweit ist, beginnt der Manager in engem Zusammenschluss mit der IT des Unternehmens damit, die Tochtergesellschaften anzubinden. „Die Zentralisierung der Buchhaltung und des Treasury macht aber nur Sinn, wenn man sie auch in Prozessen begleitet. Deshalb habe ich die Geschäftsprozessoptimierung unter den Aspekten Digitalisierung und Compliance dann beim Invoicing, beim Banking, beim Creditmanagement und allen weiteren Facetten immer weiter nach vorne getrieben.“ Mit umfassenden Maßnahmen zur Integration und Automatisierung führt der Manager Storck in das digitale Zeitalter und stößt einen tiefgreifenden Wandel des Finanzbereichs bei dem Süßwarenhersteller an. Ob in Europa, Asien, Nordamerika oder Australien: Die Buchhaltung der Storck-Gesellschaften weltweit ist heute zentralisiert, es gibt kein Accounting in den Tochtergesellschaften mehr. Der Zahlungsverkehr des Unternehmens ist voll automatisiert und ebenfalls zentralisiert, und auch die Cashflow- und Finanzplanung hat Brinkkötter neu aufgestellt. Das Unternehmen profitiert heute von einer Transparenz sämtlicher Zahlungen, einem erheblichen und, wie Brinkkötter sagt, notwendigen Effizienzgewinn und einem deutlich reduzierten Risiko.

„Es hat gemenschelt“
Dieser Prozess, der Weg in die Digitalisierung, stieß nicht in allen Unternehmensbereichen sofort auf positive Zustimmung, drückt der Manager vorsichtig aus. „Es hat gewaltig gemenschelt“, erinnert sich Brinkkötter. „Das ist ein Kulturwandel, man muss auch auf die kulturellen Gegebenheiten in den einzelnen Ländern Rücksicht nehmen.“ Es sei einiges an Überzeugungsarbeit notwendig gewesen. „Die überzeugenden Argumente waren letztlich die positiven Ertragsmomente und die Sicherheit.“ So konnten beispielsweise sechsstellige Bankgebühren auf vierstellige Summen reduziert werden. Geholfen hat in diesen Zeiten sicherlich, dass Werner Brinkkötter so gar nicht dem Klischee vom trockenen, eher schweigsamen Zahlenmenschen entspricht. Im Gespräch merkt man ihm an, dass er das gut kann – mit Menschen sprechen, überzeugen, ein Team motivieren. Er bleibt dabei ganz bescheiden. „Ich kann nur einfach“ sagt er. Das mag man kaum glauben, wenn man hört, welche Anstrengungen er unternommen hat, um Storck ins digitale Zeitalter zu führen. In der Finance-Welt hat er damit ein beachtliches Renommee erworben, 2017 wurde er sogar zum Treasurer des Jahres nominiert.

Geschäftsprozessoptimierung ist eine Leidenschaft
Das Thema Geschäftsprozessgestaltung ist eine besondere Leidenschaft von Werner Brinkkötter. „Man muss mit der Zeit gehen, darf sich Neuerungen nicht verschließen – und muss dann einfach Stück für Stück, Schritt für Schritt vorangehen“, beschreibt Brinkkötter seine Learnings aus der Zeit bei Storck. Unternehmen kommen heute ohne Prozessbeschreibungen nicht mehr aus. „Eine Prozessbeschreibung, eine Prozessdokumentation ist heute unverzichtbar, denn die Prozesse werden immer komplexer. Ob produziert wird, ob Maschinen gekauft werden, ob Ware das Lager verlässt, ob es die Mitarbeiter sind, die ihren Lohn bekommen – es gibt kaum einen Prozess im Unternehmen, in dem nicht die Buchhaltung die Finger im Spiel hat.“ In Zeiten der Digitalisierung müsse auch die Buchhaltung automatisiert und digitalisiert werden. Nicht zuletzt, weil auch durch die gesetzlichen Anforderungen Verfahrensdokumentationen vorgelegt werden müssen. „Ohne wirtschaftliche, sichere und effiziente Prozesse wird es auch in kleineren Unternehmen dauerhaft nicht funktionieren“, ist sich Brinkkötter sicher. Als Experte ist Werner Brinkkötter an der Entwicklung des C4B Manuals, einer Arbeitshilfe für eine schematische Prozessdokumentation beteiligt. Sie ermöglicht Unternehmen, Ihre IST-Prozesse mit den vorgelegten Musterprozessen zu vergleichen und einfach auf die Situation im Unternehmen zu übertragen. „Diese Vorlage hätte uns damals sehr geholfen, denn mit dem Manual kann man sich hohe Beratungshonorare sparen und stattdessen das Wissen der eigenen Mitarbeiter, Dienstleister und die Programmabläufe der eingesetzten Software selbst zusammentragen.“

Es deutet sich schon an, sein Ruhestand wird nicht wirklich ein Ruhestand. „Na ja, Rasen mähen wird mich sicher nicht ausfüllen.“ Allein als zweifacher Opa wird er schon gefordert, doch das Finance-Thema treibt ihn weiterhin um und sein Terminkalender ist schon jetzt prall gefüllt. Er ist als Experte an der Entwicklung der C4B Manuals beteiligt, zudem seit über 25 Jahren ehrenamtlicher Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Industriekaufleute in Halle/Gütersloh. Und er wird für zahlreiche Vorträge gebucht. Auch da ist sein Anspruch kein geringer. „Ich möchte immer so gut sein, dass ich das Buffet schlage.“ Wer einmal mit Werner Brinkkötter gesprochen hat weiß: Das gelingt ihm sicher.