• 4. Juli 2024

Was sind die Treiber für eine nachhaltige Ausrichtung – und wo liegen die Chancen von ESG-Reporting und CSRD? Teil 1/2

Was sind die Treiber für eine nachhaltige Ausrichtung – und wo liegen die Chancen von ESG-Reporting und CSRD? Teil 1/2

Was sind die Treiber für eine nachhaltige Ausrichtung – und wo liegen die Chancen von ESG-Reporting und CSRD? Teil 1/2 1024 535 C4B

Das Thema Nachhaltigkeit entwickelt sich immer mehr vom „Nice to have“ zum „Must have“. Nicht zuletzt, weil regulatorische Vorgaben wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU oder das deutsche Lieferkettengesetz Unternehmen dazu zwingen, nachhaltiger zu produzieren und zu handeln. Wir haben eine Umfrage unter unseren C4B Netzwerkmitgliedern gemacht und stellen im ersten Teil unseres Beitrags vor, was die Treiber für die nachhaltige Ausrichtung sind und wo die Befragten Chancen in der Auseinandersetzung mit ESG-Themen sehen.

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen setzen wir uns bei C4B mit den zahlreichen Aspekten des ESG-Reportings und der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) auseinander, denn: Mit der CSRD wurden die Regeln für die nichtfinanzielle Berichterstattung erheblich erweitert. Neu ist auch, dass künftig zum Teil Unternehmen berichten müssen, für die zuvor noch keine Berichtspflicht bestand. Unternehmen, und insbesondere Finance- und Controlling-Verantwortliche, stehen dabei vor einer Vielzahl von Herausforderungen und Entscheidungen. Denn es geht längst nicht mehr nur darum, wie gut die finanzielle Performance eines Unternehmens ist, sondern auch darum, wie nachhaltig und verantwortungsbewusst es agiert.

Nachhaltigkeitsinformationen und Finanzinformationen stehen in Zukunft gleichberechtigt nebeneinander und sollen zudem mit gleicher Prüfungstiefe geprüft werden. Das erzeugt Druck – und den spüren auch unsere  C4B Netzwerkmitglieder. Auf die Frage, was ihr stärkster Treiber für die nachhaltige Ausrichtung ist, liegt, wenig verwunderlich, die Erfüllung von ESG-Berichtspflichten bei den von uns Befragten deutlich vorne.

C4B-Umfrage im Finance Netzwerk zu ESG-Strategie und Reporting, Mai 2024

Die nachhaltige Transformation entwickelt sich immer mehr vom „Nice to have“ zum „Must have“, da sind sich auch die von uns Befragten einig. „Die nachhaltige Transformation der Unternehmen und ihrer Geschäftsmodelle ist zur ‚Überlebenssicherung‘ notwendig“, war sich auch Ralf Kühnle, Corporate Controlling Experte, in unserer virtuellen Veranstaltung sowie in der LIVE-Veranstaltung in Düsseldorf zum Thema „ESG Reporting – Quo vadis?“ sicher.

Dabei liegen in der Auseinandersetzung mit ESG-Themen für die Unternehmen, sowohl in finanzieller als auch in nicht-finanzieller Hinsicht, eine Vielzahl an Chancen, das sehen auch die von uns Befragten deutlich. Zum Beispiel Jens Aschenbroich, Business Intelligence & Controlling Experte bei der Keller und Kalmbach GmbH: „Die Konzentration auf ESG-Themen bietet aus unserer Sicht viele Chancen. Kosteneinsparungen durch besseres Energiemanagement sind ein Punkt. Bei einer strategischen Einbindung der Themen kann dies ein Verkaufsargument sein, ebenso wie auch ein gutes Argument für unser Employer Branding. Wichtig hierbei ist es, das Thema in die Strategie und Kultur des Unternehmens einzubinden.“

Für Hans Georg Rietz, Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanager bei der D+H Mechatronic AG, liegen die Chancen unter anderem in der „Entwicklung neuer nachhaltiger Geschäftsmodelle und Innovationen, Zukunftsfähigkeit und Resilienz, Markt- und Wettbewerbsvorteil, Bonität, Attraktivitätssteigerung als Arbeitgeber, regeneratives Wirtschaften sowie Risikominimierung.“

Auch die Mehrzahl der von uns Befragten sieht in „Zukunftsfähigkeit und Resilienz“ sowie der „Transformation zum nachhaltigen Unternehmen“ gemeinsam mit den „Lieferketten“ sowie „Attraktivität am Kapitalmarkt“ weitere wichtige Treiber für eine nachhaltige Ausrichtung. Spannend fanden wir die Frage von Tim Dreessen, Senior Manager Strategy & Sustainability bei der Fraport AG: „Ob „Transformation“ Nachhaltigkeit treibt oder umgekehrt, wäre auch noch zu diskutieren. Meine These für die meisten Unternehmen wäre „Nachhaltigkeitsstrategie ist Transformationsstrategie.“ Tim Dreessen ist überzeugt, dass eine „von Nachhaltigkeitswerten überzeugte Geschäftsführung“ entscheidend sei – „und Hartnäckigkeit.“

Bereits jetzt ist klar, dass auch Unternehmen, die die Veränderungen nicht unmittelbar betreffen, die Neuerungen indirekt spüren werden. Insbesondere werden die verschiedenen Stakeholdergruppen den Druck auf sie erhöhen und Informationen verlangen, die mit denen der berichtspflichtigen Unternehmen vergleichbar sind.

 

 

Im Jahr 2024 müssen erstmals diejenigen Unternehmen nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) berichten, die bereits heute einen nichtfinanziellen Bericht gemäß der Vorgängerrichtlinie der CSRD, der Non-Financial Reporting Directive (NFRD), erstellt haben. 2025 folgen die weiteren großen Unternehmen, für die die neue Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung gilt. Wie für die Finanzberichterstattung kapitalmarktorientierter Unternehmen ist auch für die Berichterstattung und Offenlegung nach der CSRD eine elektronische Formatierung im ESEF-Format erforderlich. Für alle betroffenen, berichtspflichtigen Unternehmen besteht bereits im ersten Jahr eine Prüfungspflicht.

Im zweiten Teil unseres Blogbeitrags wird es um die Datenqualität und Datenerfassung gehen, die im Rahmen der Implementierung von ESG-Strategien und -Reporting erforderlich sind.

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