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Deckungsbeitragsrechnung

Kostenrechnung: Detaillierungstiefe in der Deckungsbeitragsrechnung 150 150 C4B

Kostenrechnung: Detaillierungstiefe in der Deckungsbeitragsrechnung

Teil 3Segeln

„Nur wer weiß, wo er hinsegeln will, setzt die Segel richtig.“

Im ersten Teil und zweiten meines Beitrags zur Kostenrechnung habe ich schon darauf hingewiesen, dass die entscheidende Frage bei der Kostenrechnung lautet: Wonach steuern Sie Ihr Geschäft? Erst wenn Sie diese Entscheidung getroffen haben, können Sie entscheiden, welcher Detaillierungsgrad sinnvoll ist. Welche Umsatz- und Kostensicht bzw. welche Umsatz- und Kostensichten ist für Ihr Unternehmen sinnvoll:

    • Kundendeckungsbeitrag
    • Produktdeckungsbeitrag
    • Auftragsdeckungsbeitrag
    • Deckungsbeitrag nach Regionen / Länder
    • Deckungsbeitrag nach Vertriebskanal

In den meisten Unternehmen ist es sinnvoll nach mehreren Umsatz-/Kostensichten eine Deckungsbeitragsrechnung aufzubauen.

In unserem C4B-Benchmarking Circle mittelständische Konzerne haben wir den Detaillierungsgrad in der Deckungsbeitragsrechnung abgefragt. Die Unternehmen sind, meist historisch bedingt, oft noch sehr detailliert unterwegs. Im Schnitt zwischen vier und neun DB-Stufen

1 db 2 db

Ob sich der Mehrwert an Informationen erhöht, wenn man diese ganzen Kosten verschlüsselt, doch fraglich. Fragt man hier einmal nach, so zeigt sich, dass operativ tatsächlich nur mit ein oder zwei Stufen gesteuert wird. Ich bin ein Fan von der Steuerung über relative Deckungsbeiträge. Hier lautet das Prinzip: Vereinfachung.

Hier einmal am fiktiven Beispiel eines Herstellers von Süßwaren:

3 db

Steuern Sie nach relativen Deckungsbeiträgen! Wie funktioniert das? Den Kostenträgern werden nur die Kosten belastet, die ihnen auch tatsächlich direkt zurechenbar sind. Die fixen Kosten werden anschließend zugeordnet und je nach internen Zwecken in sich gegliedert. Man kann zwischen speziellen Fixkosten, die bestimmten Produktgruppen zugeordnet werden können, etwa aus Marketing und Vertrieb, und allgemeinen Fixkosten, wie die der allgemeinen Verwaltung, unterscheiden. Ordnen Sie nur die Fixkosten zu, die zurechenbar sind wie beispielsweise Marketingkosten oder Ausgangsfrachtkosten. Alle Verwaltungs-und Strukturkosten lässt man stehen und steuert sein Geschäft mehr über relative Margen. Beispielsweise können Sie entscheiden, zur Deckung der Fixkosten eine Deckung von 50 Prozent übrig zu lassen, um auch die Strukturkosten zu decken.

Mein Tipp: Überprüfen Sie dies im Jahres-Rhythmus und pflegen auch die Stammdaten dahinter entsprechend. Und was mache ich mit den allgemeinen Fixkosten? Suchen Sie lieber andere Leistungsparameter und nehmen sich die Fixkosten separat strategisch vor. Beispielsweise können Sie ein Benchmark suchen und schauen, wo Ihre Strukturkosten im Vergleich zu denen vergleichbarer Unternehmen stehen.

Bedienen Sie lieber ein vermeintlich einfaches Kostenrechnungssystem und werten damit wirksam aus und steuern entsprechend, als komplexe Systeme aufzusetzen, die zwar höchsten theoretischen Anforderungen genügen, jedoch kaum praktikabel sind.

Ich freue mich über Ihre Kommentare oder eine Email an u.schroeder@c4b-team.de.

Vollkostenrechnung oder Teilkostenrechnung: Womit steuert es sich besser? 150 150 C4B

Vollkostenrechnung oder Teilkostenrechnung: Womit steuert es sich besser?

Teil 2

Conflict.

Bevor ich auf die Kostensicht eingehe, gibt es im nachfolgenden Beitrag einen kurzen Exkurs zu den Begrifflichkeiten der Vollkosten- und Teilkostenrechnung.

Vollkostenrechnung: Hierbei werden alle entstandenen Kosten komplett den Kostenträgern zugerechnet. Dabei werden die Fixkosten über geeignete Schlüssel und/oder verursachungsrechte Zuordnung verteilt, was teilweise zu einer eingeschränkten Aussagekraft führen kann oder auch einen erheblichen Arbeitsaufwand wie zum Beispiel eine Zeitaufschreibung bei Mitarbeitern nach sich ziehen kann. Aufwand und Nutzen muss hier kritisch hinterfragt werden.

Gewinn = Umsatz – Kosten

Teilkostenrechnung: Hierbei werden nur die Kostenteile den Kostenträgern zugerechnet, die sie tatsächlich verursacht haben, also nur die variablen Kosten und die Fixkosten, die direkt auf den Kostenträger zurechenbar sind, z.B. Teile der Marketingkosten oder Ausgangsfrachten etc. Um den Arbeitsaufwand zu minimieren, sollten die zurechenbaren Fixkosten automatisch generiert werden. Somit lässt sich auch nur ein DB (Deckungsbeitrag) pro Stück errechnen, die Ermittlung eines Gewinns pro Stück zu Vollkosten ist nicht möglich.

Der Deckungsbeitrag errechnet sich über:

DB = Umsatz – variable Kosten

Gewinn = DB – Fixkosten

Die Teilkostenrechnung unterscheidet sich von der Vollkostenrechnung nicht durch den zugrundeliegenden Kostenbegriff und die Art der Kostenerfassung. Der Unterschied besteht im Umfang der Kostenverrechnung auf die Kostenträger.

In der Vollkostenrechnung versucht man, alle im Unternehmen anfallenden Kosten möglichst verursachungsgerecht, mithilfe von Kostenstellen und entsprechenden Verteilungsschlüsseln, auf die Kostenträger des Unternehmens zu verteilen. Dabei unterscheidet man zwischen Einzel- und Gemeinkosten. Die Einzelkosten sind dem einzelnen Kostenträger (Produkt) direkt zurechenbar, beispielsweise Materialkosten oder auch Versandkosten. Gemeinkosten dagegen sind Kosten, die dem einzelnen Kostenträger nicht direkt zurechenbar sind, z.B. Verwaltungskosten. Das Gehalt eines Mitarbeiters aus der Abteilung Rechnungswesen kann in aller Regel nicht direkt einem Produkt zugeordnet werden, sondern nur einer Kostenstelle.

Das zentrale Problem der Vollkostenrechnung ist immer die Schlüsselung von Gemeinkosten auf die Kostenträger. Eine Schlüsselung kann nur willkürlich sein – und führt ganz schnell dazu, dass interne Diskussionen über das Zustandekommen der Schlüssel geführt werden. Versuchen Sie dies zu vermeiden. In Teilkostenrechnungssystemen werden nur die Kosten dem Kostenträger zugerechnet, die durch ihn verursacht sind (variable Kosten und die Fixkosten, die direkt auf den Kostenträger zurechenbar sind).

Eine Teilkostenrechnung bedeutet nicht den Verzicht auf den Ersatz aller tatsächlich angefallenen Kosten. Schließlich muss ein Unternehmen alle Kosten über den Preis erstattet bekommen und einen entsprechenden Gewinn erzielen. Aber die Teilkostenrechnung wird den Marktgegebenheiten besser gerecht. Die in der Praxis am häufigsten anzutreffende Ausgestaltung der Teilkostenrechnung ist die Deckungsbeitragsrechnung.

Um der Detailierungstiefe auf die Schliche zu kommen und mögliche Abhilfe und Erleichterung zu erreichen, haben wir in unserem Benchmarking Circle Mittelständische Konzerne einmal den Aufbau und die Detailierungstiefe der Kostenrechnung unter die Lupe genommen. Erkenntnisse und Learnings draus möchte ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag vorstellen.

Wonach steuern Sie Ihr Geschäft? Ich freue mich über Ihre Kommentare oder eine Email an u.schroeder@c4b-team.de.

Kostenrechnungssysteme: Back to the roots 150 150 C4B

Kostenrechnungssysteme: Back to the roots

Teil 119 Deckungsbeitrag 1

„Big Data“ ist eines der Buzzwords der letzten Jahre. Unternehmen können mittlerweile unvorstellbar große Datenvolumen verarbeiten, und auch die Qualität der Daten wird immer besser. Doch die Quantität der Daten ist meist nicht gleichbedeutend mit Qualität, und, wir wissen es alle, viel hilft auch nicht immer viel. Wichtig sind und bleiben substanzielle Informationen. Deshalb kommt auch keine Investitionsentscheidung, keine präzise Erfolgsmessung, keine Bewertung ohne die Basics wie die „gute alte“ Kostenrechnung oder die GuV aus. Und auch wenn sie nur einen Teil der Informationen liefern, die heute für komplexe und nachhaltige Entscheidungen erforderlich sind, sind sie doch der Ausgangspunkt zur Ermittlung von Effizienz und Effektivität, von Rentabilität und Risiko. Deshalb lohnt sich regelmässig auch ein Ausflug in die Kostenrechnung.

Meine Beobachtung ist, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren dazu übergegangen sind, in der Kostenrechnung alle Fixkosten detailliert zuzuordnen, mit Schlüsseln oder über direkte Zuordnung, z.B. der Marketing- und Vertriebskosten. Doch wie sinnvoll ist die detaillierte Zuordnung? „Simplify your Life“ heißt hier mein Grundsatz! Wie Sie sich das Leben leichter machen können, möchte ich Ihnen auf dem Blog mit diesem und den nachfolgenden Beiträgen zur Kostenrechnung vorstellen.

Was ist das für Sie geeignete Kostenrechnungssystem?

Das wichtigste ist eine klare Entscheidung zu Beginn: Wonach möchte ich mein Unternehmen eigentlich steuern? Welche Aussagen erhoffe ich mir von der Kostenrechnung? Danach entscheiden Sie sich für die Teilkosten- oder eine Vollkostenrechnung. Entscheiden Sie sich – und zwar für ein durchgängiges Prinzip.
Im nachfolgenden Beitrag gibt es zunächst einen kleinen Exkurs zu den Begrifflichkeiten und der Unterscheidung.

Wonach steuern Sie Ihr Geschäft? Ich freue mich über Ihre Kommentare oder eine Email an u.schroeder@c4b-team.de.