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Mai 2019

„Wir machen die Zukunft planbar“ – ein Interview mit Khai Tran 960 355 C4B

„Wir machen die Zukunft planbar“ – ein Interview mit Khai Tran

„Wir machen die Zukunft planbar“ – Die Unternehmenssteuerung zukunftsfähig aufstellen

Interview mit Khai Tran, CEO der Valsight GmbH

Ohne belastbares Zahlenwerk lassen sich Unternehmen nur schwer steuern. Wie können Controller und Finance-Verantwortliche in einem schnelllebigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld trotzdem zuverlässige Planungen und Prognosen aufbauen? Wie sich flexibel und transparent Szenarien für unterschiedliche KPIs simulieren und damit die Unternehmenssteuerung zukunftsfähig aufgestellt werden kann, verrät Khai Tran, Mitgründer und CEO der Valsight GmbH, im Interview mit dem C4B Blog.

 

Herr Tran, wie wichtig ist es, dass sich die Unternehmenssteuerung an die Veränderungen, welche die Digitalisierung mit sich bringt, anpasst?

Aus den Gesprächen mit Kunden und Partnern wissen wir: Die Finanzfunktionen sämtlicher Unternehmen sind gefordert, sich an die Gegenwart anzupassen. Die digitale Transformation ist dafür sicherlich ein wesentlicher Einflussfaktor, jedoch nicht der Einzige. Unternehmen werden diversifizierter, komplexer. Das politische und wirtschaftliche Umfeld ist schnelllebiger geworden und damit weniger „planbar“. Nehmen Sie das Beispiel BREXIT, darüber sprechen wir seit zwei Jahren, zuletzt ging es wieder fast täglich hin und her. Wenn Sie in solchen Zeiten trotzdem ein belastbares Zahlenwerk haben wollen, um unternehmerische Entscheidungen zu treffen, müssen Sie im Controlling flexibler und schneller werden. Das heißt dann aber auch: Sie können Planung und Prognose nicht mehr so angehen, wie es vor fünf Jahren vielleicht noch sinnvoll war.

 

Unternehmen und Konzerne unterschiedlicher Branchen vertrauen auf Valsight. Bitte erklären Sie kurz, was die Valsight Plattform ist.

Im Prinzip haben wir die Ideallösung für das eben beschriebene Horrorszenario (lacht). Im Kern lassen sich mit unserer Software flexibel und transparent Szenarien für unterschiedliche KPIs simulieren. Und das in Echtzeit. Was bedeutet das? Nehmen wir an, Sie möchten wissen, wie sich C4B in der Zukunft entwickelt, wie sich beispielsweise Umsatz und Ergebnis verändern, wenn Sie bestimmte Prämissen treffen. Aus der Vergangenheit wissen Sie, wie viel Geld Sie ins Marketing stecken müssen, um einen neuen Kunden zu gewinnen. Jetzt haben Sie mit dem Finance Lab und den Manuals gerade neue Produkte herausgebracht. Mit Valsight können Sie simulieren, was es für Ihren Umsatz bedeutet, wenn Sie für diese Produkte höhere „Conversion Rates“ annehmen, ihr Marketing also effektiver wird. Und ob es sich lohnen könnte, aus diesem Grund mehr Werbung zu schalten. Und das pro Marketingkanal, Postleitzahlengebiet, Branche usw.

 

Welche Anwendungsfälle umfasst Ihre Lösung?

Valsight lässt sich in unterschiedlichen Prozessen einsetzen, in denen entscheidungsrelevante, zukunftsbezogene Daten erstellt werden. Am häufigsten sehen wir den Einsatz in der Mehrjahresplanung. Hier spielen unsere Treibermodelle und die einfache Möglichkeit, mit strategischen Maßnahmen zu planen, eine entscheidende Rolle. Wir sehen zudem immer häufiger, dass es nicht bei einem Prozess bleibt. Ein nächster Schritt ist oft die Umsetzung des Target Settings für die operative Planung oder des monatlichen oder quartalsweisen Forecast. Einige unserer Kunden betrachten es mittlerweile fast als eine Art Sport, neue Anwendungsfälle in Valsight umzusetzen. Das geht dann stärker in unterschiedliche Simulationsmöglichkeiten, von M&A-Vorhaben über Investitionsrechnungen bis hin zur Berechnung des Kosteneffekts von Tarifverhandlungen. Gemeinsam mit C4B setzen wir gerade ein treiberbasiertes Simulationsmodell für Betriebskantinen auf. Der Phantasie sind glücklicherweise hier keine Grenzen gesetzt.

 

Worin sehen Sie den größten Nutzen für den Kunden?

Prozessverbesserungen, wie die Einführung treiberbasierter und maßnahmenorientierter Planung, sind meist mit Effizienzzielen verbunden. Hier sehen wir in allen Projekten eine deutliche Reduzierung des Aufwands und der Dauer der Planung. Hinzu kommt eine erhöhte Transparenz des Zahlenwerks, also der Nachvollziehbarkeit der Planzahlen bis herunter in die einzelne Planungsprämisse. Das wird beispielsweise bei der Siemens Digital Factory als wesentlicher Erfolgsfaktor wahrgenommen. Persönlich finde ich auch das Fazit eines unserer Kunden sehr passend: Er sehe den Wert der Planung darin, die richtigen Diskussionen zu führen, daraus in Echtzeit belastbare Zahlen abzuleiten und darauf basierend die richtigen unternehmerischen Entscheidungen zu treffen. Dazu wird Valsight tatsächlich „live“ in Management-Meetings genutzt, um Prämissen anzupassen und sofort die aktualisierten Planzahlen analysieren zu können.

 

Welche Dienstleistungen bieten Sie im Rahmen der Implementierung an und welche Zeitspanne umfasst diese im Durchschnitt?

Wir unterstützen unsere Kunden selbstverständlich bei der Umsetzung, beim Customizing unserer Software. Dabei sehen wir uns häufig als Sparringspartner für die Fachabteilung und bringen Best Practice-Erfahrung aus einer Vielzahl von Projekten mit ein. Wir arbeiten zudem mit namhaften Unternehmensberatungen zusammen, insbesondere bei Projekten, die in größere Transformationsvorhaben eingebettet sind. Hier haben Partner wie Boston Consulting Group, CTcon und PwC weitaus umfassendere Möglichkeiten, unsere Kunden auf deren Weg zu begleiten. Trotz alledem: Ein wesentlicher Vorteil von Valsight ist, dass die Software praktisch von der Fachabteilung selbst implementiert werden kann. Wir haben von Anfang an, von der Modellerstellung bis hin zur Visualisierung von Ergebnissen, konsequent auf Einfachheit und intuitive Nutzbarkeit gesetzt. Sie müssen kein Informatiker sein, um Valsight zum Laufen zu bringen, und die Projekte dauern nicht so lange, wie Sie vielleicht denken. Mein Lieblingsbeispiel sind hier die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) – die dortige Controllingabteilung hat etwa eineinhalb Monate für die Umsetzung und insgesamt drei Schulungs- und Coachingtage von unseren Consultants benötigt. Die LVB sind, wie Sie wissen, auch Mitglied der C4B-Circle –  und Controlling-Leiter Uwe Pohlers ist so begeistert von Valsight, dass er auf der letztjährigen Planungsfachkonferenz von Horváth & Partners über das Projekt berichtet hat.

 

Welche Vision verfolgen Sie bei Valsight?

Wir wollen auch in Zukunft unternehmerische Entscheidungen mit fundierten Informationen unterstützen. Unser Fokus bleibt dabei auf der sinnvollen Kombination fachlicher Best Practices mit neuesten Technologien,die uns heute zur Verfügung stehen. Konkret heißt das: Mit unseren Lösungen werden sich die Prozesse der Unternehmenssteuerung weiter automatisieren lassen. Wir beschäftigen uns derzeit beispielsweise mit statistischen Methoden. Warum sollte eine Software nicht Vorschläge über relevante Werttreiber und deren Zusammenhänge zu finanziellen KPIs erstellen? Sehr spannend sind auch die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz, bzw. von Machine Learning. Bezogen auf die Planung wäre ein Szenario, dass die Unternehmensleitung ein Umsatz- und ein Rentabilitätsziel vorgibt – und die Software geeignete Maßnahmen vorschlägt. Technisch ist das alles möglich, und es liegen noch sehr spannende Aufgaben vor uns.

 

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Über Khai Tran

Khai Tran ist Geschäftsführer bei der von ihm mitgegründeten Valsight GmbH mit Sitz in Berlin. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt in den Bereichen Unternehmenssteuerung und Enterprise Software. Vor Valsight war er in der Beratung tätig, zuletzt als Senior Manager bei The Hackett Group. www.valsight.com

Aus der Toolbox: Digitalisierung trifft Automatisierung 510 340 C4B

Aus der Toolbox: Digitalisierung trifft Automatisierung

Digitalisierung trifft Automatisierung

Teil 1: Stammdaten im Kreditorenprozess

 

Mit unserer Serie “Aus der Toolbox” möchten wir Ihnen Impulse zu den Themen Digitalisierung und Automatisierung geben. Kurz und prägnant – aus der Praxis für die Praxis. Diese Woche starten wir mit den Stammdaten im Kreditorenprozess.

 

 

  • Legen Sie fest, wer die Stammdaten pflegt! Je nach Systemlandschaft muss auch geklärt werden, welches das führende System ist und wie die Daten synchronisiert werden – beispielsweise die Anlage der Stammdaten im ERP-System und dann eine automatische Übernahme in die Finanzbuchhaltung.
  • Die Aufgabe der Pflege und Anlage der Stammdaten kann bei einer oder bei verschiedenen Funktionen liegen – entweder bei einem zentralen Stammdatenteam oder verteilt auf unterschiedliche Funktionen. Beispielsweise kann der Einkauf in den Stammdaten für Lieferkonditionen und Zahlungsbedingungen führend, die Finanzbuchhaltung hingegen für Kontoinformationen und USt-ID verantwortlich sein. Beide Funktionen können wahlweise Daten, wie Ansprechpartner, pflegen.
  • Wenn Sie unterschiedliche Nummernsysteme in den IT-Systemen Ihres Unternehmens nutzen, müssen Sie darauf achten, dass die Verknüpfungen stimmen. Zum Beispiel sind die Lieferantennummer im ERP-System und die Kreditorennummer im Finanzbuchhaltungssystem unterschiedlich. Idealerweise kennzeichnen Sie diesen Sachverhalt in Feldern in den jeweiligen Stammdaten, d.h. die Nummer wird gegenseitig sowohl im ERP-System als auch der Finanzbuchhaltung mitgepflegt. Viele Unternehmen übersetzen diesen Sachverhalt über Zuordnungstabellen in der Schnittstelle. Sie benötigen für alle Schnittstellen in Unternehmen eine Verfahrensanweisung. Sollten Sie mit Zuordnungstabellen arbeiten, müssen Sie immer an die Aktualisierung denken.
  • Ermitteln und bewerten Sie Ihre unternehmerischen individuellen Risikofaktoren. Risikofaktoren sind z.B. Bargeldtransaktionen, ungewöhnliche Zahlungsflüsse, Zweifel an der Identität der Vertragspartner, mangelnde Transparenz in Bezug auf den wirtschaftlich Berechtigten.
  • Erfassen Sie verbundene Unternehmen mit besonderer Kennzeichnung, z.B. VU = Verbundene Unternehmen
  • In der Regel werden die Kreditorennummern automatisch vom System vergeben. Achten Sie bei manueller Kreditorennummernvergabe darauf, dass bereits verwendete Nummern nie wieder für andere Stammdaten verwandt werden (kein Überschreiben/kein Nummernrecycling!).