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Monatsarchiv :

November 2017

Verleihung des Controlling Nachwuchspreises in Berlin 150 150 C4B

Verleihung des Controlling Nachwuchspreises in Berlin

ICV_Gruppe_außen

Am 18. November 2017 luden die Arbeitskreise der Region Ost des Internationalen Controllervereins (ICV) in Berlin zum Kongress „CIB Controlling Innovation & Inspiration 2017“ ein. Verliehen wurde dort auch in diesem Jahr wieder der Controlling-Nachwuchspreis. Ute Schröder, Mitglied der fünfköpfigen Jury, hielt die Laudatio auf den Gewinner – oder in diesem Fall – die Gewinnerin: Doreen Semper von der Beuth Hochschule für Technik Berlin erhielt die Auszeichnung für Ihre Arbeit „Mitarbeitersteuerung im Customer Service Center dargestellt am Beispiel eines Inbound-Projekts“, betreut von Prof. Dr. Hans Schmitz. Der ICV-Controlling-Nachwuchspreis ist insgesamt mit über 4.000 Euro dotiert und wird vom Haufe Verlag und der Haufe Akademie gesponsert.

„Die digitale Transformation erschüttert Unternehmen zum Teil in ihren Grundfesten – und auch die Aufgaben und die Rolle des Controllers bleiben davon nicht unberührt“, sagte Ute Schröder in ihrer Laudatio. „Wohin die Reise tatsächlich geht, ist heute noch nicht absehbar. Klar ist jedoch, dass sich jeder Controller mit diesem Wandel auseinandersetzen muss. Doreen Semper ist es in ihrer Arbeit gelungen, die Wertschöpfungskette in einer Customer Services GmbH darzustellen und Prozesskennzahlen zu definieren. Dabei ist uns positiv die Vorgehensweise aufgefallen. Es wurden sowohl externe Daten und Benchmarks herangezogen als auch jeder Prozessschritt sauber erfasst und durch interne Rückfragen intensiv mit den Beteiligten abgestimmt“, so Schröder weiter. Die Jury lobte vor allem die enge Kommunikation in diesem Prozess: „Es fand eine sehr enge Kommunikation zwischen der IT-Abteilung und dem Controlling statt. Hier hat sich eine junge Nachwunschcontrollerin aktiv mit den Unternehmensprozessen auseinandergesetzt und diese praxisnah durch viel Kommunikation transparent dargestellt.“

Der Nachwuchspreis-Jury unter der Leitung von Prof. Dr. Nicole Jekel gehörten in diesem Jahr Christina Keindorf, Deutsche Bahn AG, Gerhard Radinger, Trainer CA Controller Akademie, Dr. Walter Schmidt, Executive Advisor des ICV-Vorstands, und Ute Schröder, C4B Team GmbH & Co. KG, an. Die Jury hatte mehrfach getagt und dabei kritisch diskutiert, berichtet die Jury-Vorsitzende Prof. Jekel. Eingereicht worden waren 18 Abschlussarbeiten aus allen Ländern der DACH-Region. Diese deckten von klassischen Controlling-Instrumenten wie der Kostenrechnung und der Budgetierung über das Risikomanagement und Nachhaltigkeitscontrolling bis zu Rollenmodellen im Controlling die ganze Bandbreite ab. Auch die einreichenden Institutionen bildeten das gesamte Hochschulspektrum ab, was für eine hohe Akzeptanz des Nachwuchspreises in der Hochschullandschaft spricht.

Weitere Informationen über die Veranstaltung und die Preisträger können Sie hier nachlesen.

Business War Gaming – Flugsimulator für Manager 150 150 C4B

Business War Gaming – Flugsimulator für Manager

Michahelles

Kennen Sie das in Ihren Märkten? Es vollziehen sich gravierende Veränderungen und Sie stehen diesen teils planlos gegenüber? Maßnahmen oder Reaktionen der Wettbewerber haben Sie kalt erwischt? Auf den überraschenden Markteintritt eines neuen Wettbewerbers bleiben Sie eine schlagkräftige Antwort schuldig? Mehr noch – Strategien entstehen bei Ihnen nur in wenigen Köpfen, das verborgene Wissen Ihrer Organisation dagegen bleibt weitestgehend ungenutzt? Dann haben Sie wahrscheinlich noch nie von Business War Gaming gehört.

War Games haben ihren Ursprung im Militär
Bevor eine U.S. Spezialeinheit die Welt von Osama Bin Laden befreite, bereitete sie über Monate die Aktion bis ins letzte Detail vor. Sie studierte Satellitenbilder, baute Bin Ladens Schlupfwinkel in allen Einzelheiten nach und trainierte wieder und wieder den geplanten Ablauf. Insbesondere aber stand die Antizipation und Simulation aller denkbaren Reaktionen von Bin Ladens Verteidigern und dem Proben geeigneter Maßnahmen im Zentrum der Vorbereitungen. Das Ergebnis ist bekannt: Den Verteidigern gedanklich und planerisch einen Schritt voraus zu sein erwies sich als wesentlicher Erfolgsfaktor.

Immer mehr Unternehmen machen sich diese Denkweise zunutze
Business War Gaming ist ein Rollenspiel in sicherer Umgebung, ohne Risiko des Scheiterns und Verlust kostbarer Ressourcen. Eine reale beziehungsweise angenommene Wettbewerbssituation oder ein verändertes Marktumfeld werden simuliert mit dem Ziel, die wahrscheinlichsten (Re)Aktionen des Wettbewerbs oder anderer Marktteilnehmer vorherzusagen und diesen mit einer im wahrsten Sinne des Wortes ERPROBTEN Strategie und Maßnahmen zu begegnen. Vergleichbar mit einem Flugsimulator, in dem realitätsnah aber gefahrenlos alle denkbaren Flugsituationen trainiert werden. Denn hinterher sind Verluste gar nicht oder nur sehr kostspielig auszugleichen.

Interdisziplinäre Teams und Perspektivwechsel sind die Zauberwörter
In mehreren Spielrunden, die unterschiedliche Zeitperioden abbilden, schlüpfen die Mitspieler unterschiedlicher Unternehmensfunktionen in die Schuhe der jeweiligen Wettbewerber, Kunden oder sonstiger Interessengruppen. Dieser Perspektivwechsel führt zu überraschend neuen Erkenntnissen. In der Folge nehmen die Mitarbeiter wieder ihre angestammten Rollen ein und entwickeln zusammen Strategien und Maßnahmen, die den vorher selbst antizipierten Marktgeschehnissen standhalten.

Business War Gaming kann positiv auf den Strategie- und Maßnahmenplanungsprozess wirken
Es ergänzt die analytische, häufig auf Vergangenheitswerten basierende Strategieentwicklung um eine dynamische, zukunftsgerichtete Komponente. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Aspekt ist das Verständnis und die Akzeptanz unter den involvierten Mitarbeitern, die das neu gewonnene Wissen und die Überzeugung von Ihrem eigenen Tun weiter in die Organisation tragen.

Von einfach bis komplex: Business War Gaming kann in verschiedenen Formen gespielt werden
Je nach Zielsetzung, Komplexität der Ausganglage und vorhandenen Mitteln kann Business War Gaming flexibel angepasst werden. Von der relativ einfachen Ein-Tages-Variante bis hin zu einem Spiel über mehrere Tage und unter Zuhilfenahme moderner Softwarelösungen, die Anzahl der Möglichkeiten ist groß. Und damit gleichermaßen für kleine, mittelständische wie auch große Unternehmen interessant.

Es macht also Sinn den Einsatz von Business War Gaming ernsthaft zu prüfen. Denn: Gewinnen werden diejenigen im Wettbewerb, die bestens vorbereitet sind. Verlieren werden die, die sich das gespart haben.

 

Über den Autor
Bernd Michahelles ist seit 27 Jahren international in der Konsumgüterbranche tätig. Zwischen 1990 und 2005 verantwortete er für das Konsumgüterunternehmen Unilever verschiedenste Vertriebs- und Marketing-Positionen in Deutschland, Belgien und der Schweiz. Von 2006 bis 2008 war Michahelles als Unternehmensberater für führende Konsumgüter- und Telekommunikationsunternehmen tätig bevor er von 2008 und 2016 Geschäftsführer der Santa Fe Natural Tobacco Company in Deutschland war. Seit 2017 ist er wieder als Management-Berater tätig. Bernd Michahelles ist 54 Jahre alt und lebt mit Frau und drei Kindern in Hamburg.

Bernd Michahelles Management Consulting, MailLinkedInXING

Über den Tellerrand: Digitalisierung und e-Commerce – Lesetipp von Dennis Cichowski 150 150 C4B

Über den Tellerrand: Digitalisierung und e-Commerce – Lesetipp von Dennis Cichowski

Lesetipp Zeitung

Ob Mobile Commerce oder Chatbots, Same Day Delivery oder Cross-Device Shopping: E-Commerce beziehungsweise Digital Commerce entwickelt sich rasant weiter. Einen Einblick in aktuelle Themen, viel Wissens- und Lesenswertes findet man auf Kassenzone.de, dem Blog von Alexander Graf.

Ich bin immer wieder auf der Suche nach guten Beiträgen im Netz. Das gehört mit zu meinen Aufgaben, schließlich betreiben wir selbst ein Netzwerk für Führungskräfte und treffen uns regelmäßig, um aktuelle Herausforderungen zu Benchmarken – und das nicht nur für Finance- und Controlling-Themen. Es geht auch oft um eine gesamtunternehmerische Sichtweise und ich muss zwingend auf der Höhe der Zeit bleiben. Dabei bin ich durch meine alten Führungsrollen bei eBay, Brands4Friends oder zuletzt reBuy natürlich stark vom Handel geprägt, muss aber auch branchenübergreifend denken können. Was also konsumieren in der kurzen Zeit, die ich vielleicht täglich zum Lesen opfern kann?

Eine Seite hat mir in der Vergangenheit immer wieder geholfen, mich zu orientieren.
Der Blog Kassenzone.de  gilt mittlerweile als meinungsbildende Plattform zum Strukturwandel im Handel. Zwischen tausenden oft inhaltsarmen Meldungen, die nur nach Klicks gieren, ist es schwer, die Perlen zu finden. Für den Bereich Commerce gibt es leider kaum Blogs, die sich konzeptionell mit dem Thema beschäftigen.

Was heißt Digitalisierung oder Strukturwandel Heutzutage? Es geht in erster Linie nicht um neue Produkte und neue Märkte, sondern es müssen zuvorderst Handelsbarrieren abgebaut werden – Wissensvorsprünge und Barrieren, die durch Amazon, Google & Co. aufgebaut wurden. Ein gutes Beispiel dafür ist die seit August 2017 laufende Kooperation zwischen der Drogeriekette Rossmann und Amazon. Oder das Beispiel Google und Walmart aus den USA, wo seit September 2017 Walmart seine Waren unter Google Express anbietet. Es ist übrigens das erste Mal, dass Walmart seine Waren außerhalb des eigenen Online-Shops anbietet. Die Allianz dieser beider Giganten ist vor allem eines: eine Kampfansage an Amazon. Denn Amazon, anfangs noch erfolgreich mit Büchern und CD,s hat längst den Lebensmittel-Einzelhandel für sich entdeckt.

Wer die eigenen Daten seiner Kunden nicht erheben kann, die gewonnen Informationen nicht richtig deuten kann oder sie Online nicht erreicht, der baut diese Handelsbarrieren mit Hilfe von Kooperationen ab. Wie gefährlich das sein wird, Amazon oder Google Zugang zu seinen Kundendaten zu geben, wird man sehen. Amazon und auch gerade Google, mit dem massiven Investment in KI, sind Meister darin, Schwarmverhalten in den Kundendaten zu entdecken. So könnte z.B. Amazon bald mehr über das Kaufverhalten von Drogeriekunden wissen als Rossmann selbst. Ich persönlich halte diese Abhängigkeit für gefährlich und dies könnte Amazon zudem auf die Gedanken bringen, ähnliche Produkte selbst zu produzieren.

Aber wie kann ich die Lücke zum Wissensvorsprung schließen und was müsste ich eigentlich selbst in meinem eignen Business tun, ohne den vermeintlich leichteren Weg über eine Kooperation zu gehen? Hier gibt es keine schwarz-weiß-Lösung und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie beschwerlich der Weg zu Kohorten-Modellen, Customer-Life-Time Value oder einer Customer Journey ist, um nur mal ein paar Basics an Erkenntnissen rund um meine Kunden zu nennen. Was ist das Schwarmverhalten meiner Kunden und welches Problem löse ich mit welcher Qualität für sie? Eines hat mich die letzten 15 Jahre E-Commerce und Startup-Szene gelehrt: Es ist wichtig anzufangen. In kleinen Schritten und dann beim Laufen lernen, Hindernisse und Hürden abzubauen. Nicht das Projekt schon auf dem Papier lösen zu wollen, sondern einfach mal machen und dann schauen was passiert.

Eines ist jedoch immer wichtig: Lesen und Lernen und Verstehen – und versuchen, die gewonnenen Kenntnisse und Impulse auf das eigene Business zu übertragen. Daher finde ich gerade die Beiträge auf Kassenzone so wertvoll, um in diesem hoch dynamischen Umfeld ein wenig Struktur und vor allem Impuls und Anregungen zu bekommen. Nicht immer leichte Kost, aber dafür fast immer mit hohem Erkenntnisgewinn.

Kassenzone.de wurde 2008 gestartet und beschäftigt sich seitdem mit Entwicklungen von Online-Geschäftsmodellen, insbesondere im E-Commerce. Alexander Graf ist nicht nur Autor des Blogs Kassenzone, er hat auch zahlreiche Fachbeiträge und -bücher zur Strategie digitaler Geschäftsmodelle herausgebracht. Neben Blog veröffentlicht Graf Seit ca. zwei Jahren regelmäßig auch den Kassenzone.de Podcast. Initial gestartet ist der Podcast (auf Soundcloud) als Nebenprodukt zu den Kassenzone.de Videointerviews (auf Youtube). Als Graf das Interview-Thema angefangen hat, konnte er sich gar nicht vorstellen, dass es mehr Leute gibt, die lediglich den Audiopart konsumieren wollen. Aufgrund der Länge der Podcasts (ca. 45min) macht das aber in der Tat Sinn. Wer schaut schon gerne 45min lang einem Videointerview bei Youtube zu. Mit ca. 2.000 Podcast-Abrufen pro Folge und rund noch mal die gleiche Zahl an Abrufen über Youtube, Facebook & Co. hat sich das Podcast-Format so ganz nebenbei zu einem viel stärkeren Format entwickelt als das Blog selbst.

 

Danke Alexander für Deinen Blog und die spannenden Beiträge der letzten Jahre! Ich werde weiter ein treuer Leser bleiben und kann Euch immer nur weiterempfehlen. Ich würde mir wünschen, dass das Wissen aus unserem eigenen Netzwerk sich mit Deiner Seite beschäftigt und dass man gemeinsam von den Erfahrungen der Anderen lernt.

 

In regelmäßigen Abständen möchte ich Ihnen hier lesenswerte Artikel empfehlen, mein heutiger Tipp ist ein Interview zu Venture-Capital-Strukturen mit Iskender Dirik, MD bei Microsoft for Start-ups:

https://www.kassenzone.de/2017/09/24/mit-einem-50-mio-euro-fund-in-berlin-brauchst-du-gar-nicht-mehr-anfangen-corporate-venture-capital/

Nachhaltigkeitsberichterstattung als Chance begreifen – Teil 2 150 150 C4B

Nachhaltigkeitsberichterstattung als Chance begreifen – Teil 2

Zamostny

Seit dem Frühjahr 2017 steht fest: die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird in Deutschland Pflicht. Kapitalmarktorientierte Unternehmen müssen zukünftig jährlich über „nichtfinanzielle Aspekte“ berichten. Aber auch der Mittelstand ist betroffen: Beliefern sie beispielsweise Großunternehmen, so werden sie von diesen verstärkt aufgefordert, die eigene Nachhaltigkeitsleistung transparent zu machen und Informationen über die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards auch in deren Lieferketten zu übermitteln. Im ersten Teil seines Gastbeitrags berichtete Andreas Zamostny, Geschäftsführer der Schlange & Co. GmbH, über die Anforderungen und Auswirkungen der Neuregelung. Heute geht es um die erforderlichen Inhalte und auch um die Chancen, die sich aus der Nachhaltigkeitsberichterstattung ergeben.

Die Berichterstattung enthält durchaus Herausforderungen, denn der Bericht sollte generell die Nachhaltigkeitsthemen enthalten, welche „wesentlich“ für das Unternehmen bzw. für die Branche sind, um glaubwürdig zu sein. Falls kritische Themen ausgelassen werden und Stakeholder keine Antworten auf ihre Fragen finden, kann die Reputation Schaden nehmen.

Die Ableitung dieser wesentlichen Themen erfordert einen systematischen Angang und sollte neben Verantwortlichen im Unternehmen auch die Sichtweise der externen Stakeholder, wie zum Beispiel Kunden, Behörden, Shareholder, Lieferanten und Partner sowie Nichtregierungsorganisationen einbeziehen. Schnell wird klar, es geht nicht nur um die Berichterstattung, sondern um die Auseinandersetzung mit strategisch relevanten Themen!

Kein Unternehmen fängt bei null an

Kein Unternehmen fängt bei null an. Insbesondere, falls Arbeitssicherheits-, Energie- und/oder Umweltmanagementsysteme etabliert sind, kann bei der Berichterstellung auf eine belastbare Datenbasis zurückgegriffen werden. Für komplexe Themen, wie die Verankerung von Nachhaltigkeitsstandards in Lieferketten, ist es beim ersten Bericht ausreichend, den Status quo und die Ziele zu beschreiben. Denn entsprechend der Philosophie von nachhaltiger Entwicklung ist es wichtig, sich mit den Themen auseinanderzusetzen und die Leistung sowie die Berichterstattung über die Jahre zu verbessern. Ein zu hoher Anspruch, wie die Erfüllung des „comprehensive“-Levels des GRI G4 Standards beim ersten Bericht, wird die Veröffentlichung massiv verzögern. Mindestens acht Monate für die Berichterstellung einzuplanen, ist trotzdem ratsam.

Die Chancen der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Mit einem möglichst schlanken Bericht, der die Steuerung der wesentlichen Themen beschreibt, können Fragen der Kunden und anderer wichtiger Stakeholder zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen zentral beantworten werden. Außerdem können Fortschritte bei der Produktqualität, der Verminderung von CO2-Emissionen, der Mitarbeiterzufriedenheit oder der Einhaltung von Standards in Lieferketten beschrieben werden.

Das Management gewinnt durch den Bericht einen besseren Überblick über die Unternehmensleistung und die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit. Die Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitsthemen, das heißt das Ableiten von Handlungsbedarf, Zielen und Maßnahmen, sowie deren systematische Steuerung tragen dazu bei, das Unternehmen zukunftsfähig zu machen.

Ich bin davon überzeugt: Nachhaltigkeit wird immer stärker zum Wettbewerbsfaktor und die glaubwürdige Berichterstattung über die Nachhaltigkeits-Strategie und -Leistung bietet Unternehmen Chancen im Wettstreit um neue Mitarbeiter, Investoren, Lieferanten und nicht zuletzt die Kunden.

 

Zum Autor: Andreas Zamostny ist Mitgründer und Geschäftsführer der Schlange & Co. GmbH – kurz: S&C. Als Experte für Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility (CR) mit mehr als 17 Jahren Praxiserfahrung begleitet er Unternehmen bei Strategieentwicklung und Implementierung, bei Risikoanalysen von Lieferketten, bei der Wirkungsmessung sowie bei der Erstellung von glaubwürdigen CR-Berichten. S&C hat Standorte in Hamburg und New York und ist international tätig. www.schlange-co.com

 

Nachhaltigkeitsberichterstattung als Chance begreifen 150 150 C4B

Nachhaltigkeitsberichterstattung als Chance begreifen

Zamostny

  • Kapitalmarktorientierte Unternehmen müssen zukünftig jährlich über „nichtfinanzielle Aspekte“ berichten
  • Komplexität von Nachhaltigkeit und knappe Veröffentlichungspflicht stellen Herausforderung dar
  • Die glaubwürdige Darstellung der Unternehmensleistung erfordert eine strategische Auseinandersetzung mit wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen

 

Zum Autor: Andreas Zamostny ist Mitgründer und Geschäftsführer der Schlange & Co. GmbH – kurz: S&C. Als Experte für Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility (CR) mit mehr als 17 Jahren Praxiserfahrung begleitet er Unternehmen bei Strategieentwicklung und Implementierung, bei Risikoanalysen von Lieferketten, bei der Wirkungsmessung sowie bei der Erstellung von glaubwürdigen CR-Berichten. S&C hat Standorte in Hamburg und New York und ist international tätig. www.schlange-co.com

 

Seit dem Frühjahr 2017 steht fest: die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird in Deutschland Pflicht. Der Bundestag hat das Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten, kurz CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz, verabschiedet. Damit wurde die bereits im Oktober 2014 beschlossene EU-Richtlinie zur CSR-Berichtspflicht in deutsches Recht übergeführt. Alle 28 EU-Staaten haben nunmehr ein vergleichbares nationales Gesetz verabschiedet.

Große kapitalmarktorientierte Unternehmen sind direkt, Mittelständler indirekt betroffen

Für das in 2017 beginnende Geschäftsjahr sind kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und mehr als €40 Mio. Umsatz wie zum Beispiel börsennotierte Unternehmen, GmbHs, welche Anleihen emittiert haben, sowie Kreditinstitute und Versicherungen mit einer Bilanzsumme größer €20 Mio. dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit über die CSR- bzw. die Nachhaltigkeitsleistung zu informieren. Also, wie das Unternehmen die Achtung der Menschenrechte sicherstellt und zum Beispiel die Themen Energienutzung und Emissionen, Produktsicherheit, Anti-Korruption, Diversität und Arbeitnehmerbelange managt. Ganz wichtig: neben den eigenen (Produktions-)Standorten muss auch berichtet werden, wie Nachhaltigkeitsstandards in den Lieferketten eingehalten werden.

Obwohl die Berichtspflicht vorerst nur kapitalmarktorientierte Unternehmen betrifft, sind indirekte Auswirkungen absehbar. Mittelständler, welche zum Beispiel Großunternehmen beliefern, werden von diesen verstärkt aufgefordert, die eigene Nachhaltigkeitsleistung transparent zu machen und Informationen über die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards auch in deren Lieferketten zu übermitteln. Auch der Wettbewerbsdruck wird die Veröffentlichung von Leistungsnachweisen verstärken.

Ein Nachhaltigkeitsbericht schreibt sich fast von allein in drei Monaten. Oder nicht?

Die Berichtspflicht stellt betroffene Unternehmen vor Herausforderungen. Zum einen setzt das Gesetz Unternehmen unter enormen Zeitdruck. Es gilt rückwirkend ab dem 1.1.2017, sodass bereits in 2018 eine „nichtfinanzielle Erklärung“ im Lagebericht oder alternativ ein eigenständiger Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht werden muss. Darüber hinaus muss der Bericht spätestens vier Monate nach dem Bilanzstichtag erscheinen. Das ist sportlich.

Viele Nachhaltigkeitsberichte erscheinen aktuell bis zu neun Monate nach Bilanzstichtag, da der Berichterstellungsprozess komplex und die Informations- und Datenerhebungen – nicht nur beim ersten Bericht – vielfach aufwändig sind.

Es bleibt den Unternehmen überlassen, die konkreten Berichtsthemen auszuwählen. Das Gesetz schreibt kein Rahmenwerk (DNK, GRI, IR etc.) vor. Falls kein Rahmenwerk genutzt wird, müssen jedoch die Gründe erläutert werden.

Was wie eine Vereinfachung klingt, kann eine Herausforderung sein. Denn der Bericht sollte generell die Nachhaltigkeitsthemen enthalten, welche „wesentlich“ für das Unternehmen bzw. für die Branche sind, um glaubwürdig zu sein. Falls kritische Themen ausgelassen werden und Stakeholder keine Antworten auf ihre Fragen finden, kann die Reputation Schaden nehmen.

 

Worauf es bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung ankommt und welche Chancen sich daraus ergeben, beschreibt Andreas Zamostny im zweiten Teil seines Gastbeitrags, den wir in der kommenden Woche veröffentlichen.