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Monatsarchiv :

August 2016

C4B Benchmarking Circle Mittelstand Hamburg – Prozesskostenrechnung – Rückblick 150 150 C4B

C4B Benchmarking Circle Mittelstand Hamburg – Prozesskostenrechnung – Rückblick

5 C4B Sommerspecial 30.6.16

Am 30. Juni 2016 fand unser C4B Benchmarking Circle zum Thema Prozesskostenrechnung statt. Dazu trafen wir uns als „Sommer Special“ bei der JOB Group in Ahrensburg. Neben der spannenden Betriebsführung durch die Produktion der JOB Group stellten uns Hajo Bode, Leiter Controlling und Juri Dukart, Junior Controller, die Herangehensweise an die Prozesskostenrechnung bei JOB vor. Die wichtigsten Learnings des Tages haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst:

LEARNINGS PROZESSKOSTENRECHNUNG

  • Legen Sie vor der Prozessdokumentation ein einheitliches Ablageverfahren / Tool fest, unter der Berücksichtigung von Revisionssicherheit
  • Dokumentieren Sie immer Ist-Prozesse. Markieren Sie Veränderungs – und Verbesserungspotenziale in der Ist-Dokumentation und listen diese separat mit Prioritäten und Verantwortlichkeiten auf
  • “Anmerkungs-Bottons” bei bereits dokumentierten Prozessen dienen zur Optimierung und führen zur Beteiligung der Betroffenen
  • Nehmen Sie die Prozessdokumentationen als Arbeitsgrundlage mit in operative Sitzungen- Dies begünstigt den stetigen Verbesserungsprozess
  • Legen Sie vor der Prozessdokumentation fest welche Ziele Sie damit verfolgen wollen (Prozessoptimierung, Kostentransparenz in ausgewählten Prozessen, etc.) – Setzten Sie bewusst einen Fokus auf die Prozesse, die für Sie die höchste Wertschöpfung bringen (Kernprozesse).
  • Die Prozesskostenrechung soll Ihnen helfen zu erkennen, welche Prozesse wichtig (hohe Kosten) oder eher unwichtig (niedrige Kosten) sind
  • Es braucht das Commitment von allen (auch der Geschäftsleitung) zur Prozessdokumentation
  • Die Benennung eines Verantwortlichen für die Prozesskostenrechnung ist sehr wichtig

Den Tag rundeten wir mit einem leckeren gemeinsamen Abendessen und einer Partie Billard und Tischkicker in dem neu gestalteten Event-Raum der Job Group ab. Auch hier kamen Networking und der Austausch unter Controllern nicht z kurz. Vielen Dank nochmals an alle Teilnehmer und besonders an unsere Gastgeber Hajo Bode und Juri Dukart für diesen unvergesslichen Tag.

 

Vollkostenrechnung oder Teilkostenrechnung: Womit steuert es sich besser? 150 150 C4B

Vollkostenrechnung oder Teilkostenrechnung: Womit steuert es sich besser?

Teil 2

Conflict.

Bevor ich auf die Kostensicht eingehe, gibt es im nachfolgenden Beitrag einen kurzen Exkurs zu den Begrifflichkeiten der Vollkosten- und Teilkostenrechnung.

Vollkostenrechnung: Hierbei werden alle entstandenen Kosten komplett den Kostenträgern zugerechnet. Dabei werden die Fixkosten über geeignete Schlüssel und/oder verursachungsrechte Zuordnung verteilt, was teilweise zu einer eingeschränkten Aussagekraft führen kann oder auch einen erheblichen Arbeitsaufwand wie zum Beispiel eine Zeitaufschreibung bei Mitarbeitern nach sich ziehen kann. Aufwand und Nutzen muss hier kritisch hinterfragt werden.

Gewinn = Umsatz – Kosten

Teilkostenrechnung: Hierbei werden nur die Kostenteile den Kostenträgern zugerechnet, die sie tatsächlich verursacht haben, also nur die variablen Kosten und die Fixkosten, die direkt auf den Kostenträger zurechenbar sind, z.B. Teile der Marketingkosten oder Ausgangsfrachten etc. Um den Arbeitsaufwand zu minimieren, sollten die zurechenbaren Fixkosten automatisch generiert werden. Somit lässt sich auch nur ein DB (Deckungsbeitrag) pro Stück errechnen, die Ermittlung eines Gewinns pro Stück zu Vollkosten ist nicht möglich.

Der Deckungsbeitrag errechnet sich über:

DB = Umsatz – variable Kosten

Gewinn = DB – Fixkosten

Die Teilkostenrechnung unterscheidet sich von der Vollkostenrechnung nicht durch den zugrundeliegenden Kostenbegriff und die Art der Kostenerfassung. Der Unterschied besteht im Umfang der Kostenverrechnung auf die Kostenträger.

In der Vollkostenrechnung versucht man, alle im Unternehmen anfallenden Kosten möglichst verursachungsgerecht, mithilfe von Kostenstellen und entsprechenden Verteilungsschlüsseln, auf die Kostenträger des Unternehmens zu verteilen. Dabei unterscheidet man zwischen Einzel- und Gemeinkosten. Die Einzelkosten sind dem einzelnen Kostenträger (Produkt) direkt zurechenbar, beispielsweise Materialkosten oder auch Versandkosten. Gemeinkosten dagegen sind Kosten, die dem einzelnen Kostenträger nicht direkt zurechenbar sind, z.B. Verwaltungskosten. Das Gehalt eines Mitarbeiters aus der Abteilung Rechnungswesen kann in aller Regel nicht direkt einem Produkt zugeordnet werden, sondern nur einer Kostenstelle.

Das zentrale Problem der Vollkostenrechnung ist immer die Schlüsselung von Gemeinkosten auf die Kostenträger. Eine Schlüsselung kann nur willkürlich sein – und führt ganz schnell dazu, dass interne Diskussionen über das Zustandekommen der Schlüssel geführt werden. Versuchen Sie dies zu vermeiden. In Teilkostenrechnungssystemen werden nur die Kosten dem Kostenträger zugerechnet, die durch ihn verursacht sind (variable Kosten und die Fixkosten, die direkt auf den Kostenträger zurechenbar sind).

Eine Teilkostenrechnung bedeutet nicht den Verzicht auf den Ersatz aller tatsächlich angefallenen Kosten. Schließlich muss ein Unternehmen alle Kosten über den Preis erstattet bekommen und einen entsprechenden Gewinn erzielen. Aber die Teilkostenrechnung wird den Marktgegebenheiten besser gerecht. Die in der Praxis am häufigsten anzutreffende Ausgestaltung der Teilkostenrechnung ist die Deckungsbeitragsrechnung.

Um der Detailierungstiefe auf die Schliche zu kommen und mögliche Abhilfe und Erleichterung zu erreichen, haben wir in unserem Benchmarking Circle Mittelständische Konzerne einmal den Aufbau und die Detailierungstiefe der Kostenrechnung unter die Lupe genommen. Erkenntnisse und Learnings draus möchte ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag vorstellen.

Wonach steuern Sie Ihr Geschäft? Ich freue mich über Ihre Kommentare oder eine Email an u.schroeder@c4b-team.de.

Kostenrechnungssysteme: Back to the roots 150 150 C4B

Kostenrechnungssysteme: Back to the roots

Teil 119 Deckungsbeitrag 1

„Big Data“ ist eines der Buzzwords der letzten Jahre. Unternehmen können mittlerweile unvorstellbar große Datenvolumen verarbeiten, und auch die Qualität der Daten wird immer besser. Doch die Quantität der Daten ist meist nicht gleichbedeutend mit Qualität, und, wir wissen es alle, viel hilft auch nicht immer viel. Wichtig sind und bleiben substanzielle Informationen. Deshalb kommt auch keine Investitionsentscheidung, keine präzise Erfolgsmessung, keine Bewertung ohne die Basics wie die „gute alte“ Kostenrechnung oder die GuV aus. Und auch wenn sie nur einen Teil der Informationen liefern, die heute für komplexe und nachhaltige Entscheidungen erforderlich sind, sind sie doch der Ausgangspunkt zur Ermittlung von Effizienz und Effektivität, von Rentabilität und Risiko. Deshalb lohnt sich regelmässig auch ein Ausflug in die Kostenrechnung.

Meine Beobachtung ist, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren dazu übergegangen sind, in der Kostenrechnung alle Fixkosten detailliert zuzuordnen, mit Schlüsseln oder über direkte Zuordnung, z.B. der Marketing- und Vertriebskosten. Doch wie sinnvoll ist die detaillierte Zuordnung? „Simplify your Life“ heißt hier mein Grundsatz! Wie Sie sich das Leben leichter machen können, möchte ich Ihnen auf dem Blog mit diesem und den nachfolgenden Beiträgen zur Kostenrechnung vorstellen.

Was ist das für Sie geeignete Kostenrechnungssystem?

Das wichtigste ist eine klare Entscheidung zu Beginn: Wonach möchte ich mein Unternehmen eigentlich steuern? Welche Aussagen erhoffe ich mir von der Kostenrechnung? Danach entscheiden Sie sich für die Teilkosten- oder eine Vollkostenrechnung. Entscheiden Sie sich – und zwar für ein durchgängiges Prinzip.
Im nachfolgenden Beitrag gibt es zunächst einen kleinen Exkurs zu den Begrifflichkeiten und der Unterscheidung.

Wonach steuern Sie Ihr Geschäft? Ich freue mich über Ihre Kommentare oder eine Email an u.schroeder@c4b-team.de.