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März 2016

SUCCESS-Regeln nach Rolf Hichert 150 150 C4B

SUCCESS-Regeln nach Rolf Hichert

Wie Sie in Ihrem Reporting Bedeutungen vereinheitlichen darüber informiert das folgende Video:

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Gastbeitrag Tobias Polka Achtung Betriebsprüfungsfalle voraus – Gesetzentwurf zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens 150 150 C4B

Gastbeitrag Tobias Polka Achtung Betriebsprüfungsfalle voraus – Gesetzentwurf zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens

Teil 2

Tobias Polka

Tobias Polka ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der ADKL AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Düsseldorf . In Teil 1 seines Gastbeitrags hat der Experte die Ziele des Gesetzentwurfs zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens und die zentralen Maßnahmen vorgestellt. Im heutigen Teil widmet er sich den Effekten, den die Modernisierung sowie die automationsgestützte Bearbeitung auf die Praxis haben wird.

Modernisierung des Besteuerungsverfahrens – Effekte auf die Praxis

In der Praxis kann die automationsgestützte Bearbeitung zu verschiedenen gewollten aber auch ungewollten Effekten führen. Denkbar wäre, dass zum einen ein rechtskonform deklarierter Steuerfall ohne Prüfungsaufgriffe durch das Risikomanagementsystem automatisiert beschieden wird. Dies wäre der angestrebte Idealfall, um die manuelle Bearbeitung und Prüfung von Steuerfällen auf die wesentlichen risikobehafteten Fälle zu konzentrieren. Zum anderen könnte jedoch auch ein inhaltlich rechtskonform deklarierter Steuerfall auf Grund formaler Unstimmigkeiten (z.B. zweifelhafte Zuordnungen in der E-Bilanz, Nutzung von Auffangpositionen, unerwartete Zuordnung von Beträgen in verkennzifferten Feldern in den Steuererklärungen) durch einen automatischen Prüfungsvermerk zur manuellen Prüfung ausgesteuert werden (vgl. auch: Digitale Datenanalyse mittels E-Bilanz: So tappen Sie nicht in die Betriebsprüfungsfalle (Jansen/Polka, MBP, Beihefter zur Dezember-Ausgabe 2012). Dies kann zu Anfragen und Mehraufwand seitens des Sachbearbeiters beim Steuerpflichtigen bis hin zur Aussteuerung an die Betriebsprüfung führen. Unterstellt, dass die Deklaration rechtskonform war, ergeben sich keine weiteren Erkenntnisse nach Abschluss der manuellen Prüfung. Das Aussteuern und die manuellen Prüfungen haben sich auf Grund von formalen Unstimmigkeiten in der Steuererklärung bzw. der anderen mit einzureichenden elektronischen Unterlagen, z.B. der E-Bilanz / EÜR, ergeben.

Die Folge wird sein, dass in Zukunft vor der elektronischen Übersendung von Steuererklärungen, der E-Bilanz und anderen Unterlagen der Steuerpflichtige eine Plausibilitäts- und Datenkonformitätsprüfung durchführen sollte. Alleine schon, um den Mehraufwand der sich ergebenen Rückfragen zu vermeiden. Wie im Beispiel aufgezeigt, können in der Theorie demnach inhaltlich zutreffende Steuererklärungen durch formal nicht plausible Zuordnungen beim Ausfüllen der Steuererklärung oder der E-Bilanz / EÜR aus einem risikoarmen Steuerfall einen risikobehafteten Steuerfall entstehen lassen. Dies gilt es sowohl im Interesse der Steuerpflichtigen als auch der Finanzverwaltung – vor dem Hintergrund der vom Gesetzgeber definierten Ziele dieses Gesetzentwurfs – bei der Ausgestaltung des Risikomanagementsystems unbedingt zu vermeiden. Es wird also in Zukunft auf die Feineinstellung des Risikomanagementsystems sowie die gewissenhafte und konstante Befüllung von elektronischen Erklärungen und Taxonomien durch den Steuerpflichtigen und/oder dessen Steuerberater ankommen.

Fazit

Die elektronische Kommunikation ist bereits seit langem Teil unseres privaten und geschäftlichen Lebens. Der vorliegende Gesetzentwurf stellt die Umsetzung eines weiteren Bausteins zum Ausbau der elektronischen Kommunikation mit den Finanzbehörden dar. Steuerliche Geschäftsprozesse, welche bisher zum Teil noch Medienbrüchen unterliegen, können somit demnächst vollelektronisch abgeschlossen werden.

Verkannt werden darf dabei aber nicht, dass mit der Übermittlung elektronischer Daten an die Finanzverwaltung ein Mehr an Daten zu Verprobungszwecken zur Verfügung stehen wird. Es ist davon auszugehen -und ja auch ein erklärtes Ziel des Gesetzesvorhabens-, dass die Finanzverwaltung dieses Mehr an Daten auch für ihre einschlägigen Verprobungen / Konsistenzprüfungen nutzen wird. Umso mehr wird es bei den Steuerpflichtigen und/oder den steuerlichen Beratern zukünftig darauf ankommen, mittels elektronischer Verfahren mögliche Risiken und Aufgriffe zu identifizieren und bereits vorab zu eliminieren.

Gastbeitrag Tobias Polka- Modernisierung des Besteuerungsverfahrens 150 150 C4B

Gastbeitrag Tobias Polka- Modernisierung des Besteuerungsverfahrens

Teil 1

Tobias Polka

Tobias Polka ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der ADKL AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Düsseldorf In seinem Gastbeitrag widmet sich der Experte der Modernisierung des Besteuerungsverfahrens. Der Gesetzentwurf der Regierung sieht ein Bündel an gesetzlichen Änderungen im Steuerrecht vor. Diese werden durch eine Vielzahl technischer und organisatorischer Maßnahmen ergänzt, die im Laufe der nächsten Jahre Schritt für Schritt umzusetzen sind. Der Steuervollzug in Deutschland soll im Interesse der Steuerzahler schneller, einfacher und effizienter werden. Welche Auswirkungen das auf die Steuerpflichtigen hat, erörtert Tobias Polka in seinem zweiteiligen Gastbeitrag.

Ziele des Gesetzentwurfs

Die moderne Informationstechnologie hat die Gesellschaft und Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten spürbar verändert. Technische Entwicklungen wie das Internet und die elektronische Kommunikation sind aus dem täglichen Leben und auch aus dem Besteuerungsverfahren nicht mehr wegzudenken. Art und Weise, wie Steuern erklärt, festgesetzt und beschieden werden, haben sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt.

Bereits das Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens (Steuerbürokratieabbaugesetz) aus dem Jahre 2008 stand unter dem Motto „Elektronik statt Papier!“. Der Gesetzgeber verfolgte bereits damals insbesondere das Ziel papierbasierte Verfahrensabläufe durch elektronische Kommunikation zu ersetzen und dadurch langfristig Bürokratiekosten abzubauen. Ausfluss der gesetzlichen Regelungen dieses Gesetzgebungsverfahrens sind insbesondere die Verpflichtungen zur elektronischen Übermittlung von Steuererklärungen sowie die elektronische Übermittlungspflicht der E-Bilanz.

Im Rahmen des laufenden Gesetzgebungsverfahrens soll der begonnene Modernisierungsprozess nunmehr fortgeführt werden. Hierzu wurde seit dem Jahr 2014 ein Konzept erarbeitet, auf dessen Basis zunächst am 26.08.2015 ein Referentenentwurf und anschließend der aktuell vorliegende Regierungsentwurf vom 9.12.2015 veröffentlicht wurde. Der vorliegende Gesetzentwurf soll die rechtlichen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen schaffen, wobei die Gleichmäßigkeit der Besteuerung und die rechtsstaatlichen Erfordernisse des Steuervollzugs unter den gegebenen Bedingungen nicht eingeschränkt werden sollen.

Die vorgesehenen Maßnahmen betreffen insbesondere drei Handlungsfelder:

  • die Steigerung von Wirtschaftlichkeit und Effizienz durch einen verstärkten Einsatz der Informationstechnologie und einen zielgenaueren Ressourceneinsatz in der Finanzverwaltung;
  • die Vereinfachte und erleichterte Handhabbarkeit des Besteuerungsverfahrens durch mehr Serviceorientierung und nutzerfreundlichere Prozesse
  • die Neugestaltung der rechtlichen Grundlagen, insbesondere der Abgabenordnung, im Hinblick auf die sich jetzt und in Zukunft stellenden Herausforderungen.

Automationsgestützten Bearbeitung
Die zentrale Maßnahme des Gesetzentwurfs zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens ist die Verstärkung der ausschließlich automationsgestützten Bearbeitung von dazu geeigneten Steuererklärungen und den beizufügenden Unterlagen (z.B. E-Bilanz). Dies soll insbesondere durch den Einsatz von IT-gestützten Verfahren unter Berücksichtigung von Risikomanagementsystemen ermöglicht werden. Damit soll eine Konzentration der personellen Ressourcen für manuelle Prüfungen auf die wirklich prüfungsbedürftigen Fälle erreicht werden. Zur Umsetzung dieser Zielsetzung trifft das Gesetz in § 88 Absatz 5 und 6 sowie in § 122a AO Regelungen zum Einsatz von sogenannten Risikomanagementsystemen und zur Möglichkeit der Bekanntgabe von Verwaltungsakten durch Bereitstellung zum Datenabruf. Die Prüfung erfolgt anhand von Risikoparametern, die das Erfahrungswissen der Steuerverwaltungen fallgruppenspezifisch bündeln. Durch das Gesetz selbst sollen die an das RMS-System elementar zu stellenden Anforderungen festgelegt werden. So soll bestimmt werden, welche inhaltlichen Komponenten erfüllt sein müssen und in welcher Weise eine ausschließlich automationsgestützte Bearbeitung mit der personellen Prüfung verzahnt sein soll. Das Gesetz verlangt deshalb

  • eine ausreichende Zufallsauswahl,
  • eine Aussteuerung zur personellen Prüfung der entsprechenden Sachverhalte, wenn bestimmte Risikofilter anschlagen,
  • die Möglichkeit einer jederzeitigen personellen Prüfung des Falls durch den zuständigen Bearbeiter, sowie
  • die regelmäßige Überarbeitung der Inhalte des Risikomanagementsystems.

Beachtlich in diesem Zusammenhang ist, dass das Gesetz ausdrücklich eine Aussteuerung zur personellen Bearbeitung vorsieht, wenn im Einzelfall „Anlass“ dazu besteht. Ein derartiger Anlass soll insbesondere dann vorliegen, wenn der Steuerpflichtige in einem so genannten „qualifizierten Freitextfeld“ der Steuererklärung weitergehende Angaben macht, Zweifelsfragen oder Prüfbitten äußert oder zur Vermeidung des Vorwurfs einer Steuerverkürzung darauf hingewiesen wird, dass in der Steuererklärung bewusst eine Rechtsauffassung vertreten wird, welche von der bekannten Rechtsauffassung der Finanzverwaltung abweicht.

Welche Effekte dies in der Praxis haben wird, erläutert Tobias Polka in dem zweiten Teil seines Gastbeitrags.

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Excel-Tipp: „Einfügen eines Diagramms in EXCEL 2013“

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