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Juli 2015

Gamification – Teil 3 unserer Serie 150 150 C4B

Gamification – Teil 3 unserer Serie

Die Vorteile des Einsatzes von Gamification habe ich im letzten Beitrag bereits beschrieben. Unternehmen können sich zunutze machen, was die Menschen sowieso schon begeistert: Drei Milliarden Stunden in der Woche verbringt die Menschheit aktuell mit Computerspielen. Viele haben so viel Spaß dabei, dass sie gar nicht mehr aufhören wollen. Der Analyst Brian Burke vom Marktforschungsinstitut Gartner geht davon aus, dass im Jahr 2015 rund 40 Prozent der weltweit 1.000 größten Unternehmen Gamification als das wichtigste Werkzeug zur Veränderung der Unternehmensführung einsetzen werden.

Spannend finde ich die Frage, warum sich Menschen auf ein Spiel einlassen? Dazu habe ich Ihnen einmal eine Übersicht zu den Nutzertypen nach Richard Allan Bartle herausgesucht:

Spielertypen nach Bartle

Die Nutzertypologisierung von Bartle wird unter anderem eingesetzt, um Spiele besser auf bestimmte Zielgruppen oder vielmehr Spielertypen abstimmen zu können. Auch Plato wusste schon: „Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.“

Nach einer Reihe von Fragestellungen mit vordefinierten Antwortmöglichkeiten wird der Spieler prozentual über vier Archetypen klassifiziert. Diese sind:

  • Achiever möchte im Spiel nach konkreten Maßstäben möglichst viel erreichen (über Levels, Gegenstände, Punkte, Ranglisten, …).
  • Explorer versuchen möglichst viel zu entdecken oder zu erkunden.
  • Socialiser strebt Kontakte und Interaktion mit anderen Spielern an.
  • Killer streben nach Wettbewerb, Wettkampf und Konflikt mit anderen Spielern.

Dadurch, dass Sie identifizieren, mit welchem Spielertyp sie es zu tun haben, erhalten Sie jede Menge interessante Daten über Verhalten, Fähigkeiten und Interessen. Frau Prof. Dr. Dr. Jekel und ich haben hier einen Spielertyptest entwickelt. Mit Hilfe des Tests können Sie sich und Ihre Mitarbeiter besser einschätzen.

Damit kann man auch seine Methode der Wissensvermittlung genau auf seine Zielgruppen zuschneiden und die psychologischen Konzepte punktgenau einsetzen: Messung, Belohnung und Motivation, Fortschrittsvisualisierung, Leistungshonorierung oder das Erzeugen von Status und Reputation.

Sprechen Sie mich gerne auf unseren Test an unter u.schroeder@c4b-team.de

Kritische Würdigung und Grenzen der Gamification:

  • Sie müssen natürlich darauf achten das Sie nicht nur die „Killer“ unter Ihren Mitarbeitern ansprechen, die das Spiel auf jeden Fall gewinnen wollen. Das kann sich im Zweifel auch negativ auf das Unternehmensklima auswirken.
  • Gamification basiert auf Freiwilligkeit, d.h. Sie haben keinen Durchgriff auf die Mitarbeiter und es ersetzt keine Führung. Der Antrieb ist die innere Motivation des Spielers.
  • Sie müssen Ihr eingesetztes Spiel oder Ihre „Gamification-Aktion“ lebendig halten und spannend gestalten. Das heißt, wenn immer das Gleiche passiert, wird es schnell langweilig. So ist ein Schrittzähler für alle Mitarbeiter und kleine Wettbewerbe um die meisten gegangenen Schritte im Team eine Zeitlang sehr interessant. Erfahrungen zeigen aber, dass nach ca. sechs Wochen ein „Spielmüdigkeit“ einsetzt. Gamification ist deshalb immer punktuell empfehlenswert. Bringen Sie deshalb lieber gezielt Themen für eine kurze Zeitspanne in den Fokus.

Im 4. und letzten Teil der Serie möchte ich Ihnen einige Gamification Beispiele aus der Praxis vorstellen.

Kennzahl ROCE = Return on Capital Employed 150 150 C4B

Kennzahl ROCE = Return on Capital Employed

Tipps & Tools

Der ROCE setzt sich zum einen aus EBIT und dem Capital Employed (Definition über die Aktivseite der Bilanz) zusammen. Damit ist der Return on Capital Employed eine der wichtigsten Kennzahlen zur Steuerung der Unternehmensperformance.

ROCE

Sie haben dementsprechend zwei Möglichkeiten, Ihre Unternehmensperformance zu verbessern:

Möglichkeit 1:

Zum einen können Sie Ihren EBIT verbessern. Das bedeutet eine Umsatzsteigerung mit entsprechender Marge oder einen Kostenreduktion. Das heißt Sie arbeiten hart im Unternehmen und an Ihren Prozessen. Den EBIT zu steigern bedeutet auch, Ideen zu generieren und auch konsequent umzusetzen. Mit anderen Worten: Es stehen einige Anstrengungen in Ihrem Unternehmen an.

Möglichkeit 2

Die andere Möglichkeit ist, das Capital Employed zu reduzieren. Dieses ist in der Regel „schmerzfreier“. Sie prüfen die Vorteilhaftigkeit der Investition in das Anlagevermögen, die Optimierung der Bestände und die Möglichkeiten zu Verbesserung des Zahlungsziels der Kunden und Verlängerung der Zahlungsziele mit den Lieferanten ohne Skonto zu verlieren.

Entscheiden Sie selbst und behalten auf jeden Fall den ROCE-Baum und seine Verästelungen im Auge.

„Spiel: eine Beschäftigung, die für sich selbst angenehm ist“ 150 150 C4B

„Spiel: eine Beschäftigung, die für sich selbst angenehm ist“

Gamification – Teil 2 unserer Serie

kollegen spielen kicker im büro

Schon Immanuel Kant wusste: „Spiel: eine Beschäftigung, die für sich selbst angenehm ist“. Unternehmen nutzen deshalb Gamification, um Mitarbeiter zu schulen und weiterzubilden. Im ersten Teil unserer Serie habe ich schon darüber berichtet, heute möchte ich Vorteile für Unternehmen und Personalentwickler und Einsatzfelder im Unternehmen vorstellen.

Vorteile von Gamification
Aus Unternehmenssicht können Kosten gesenkt, Umsätze gesteigert, Prozesse optimiert, Wissen vermittelt oder auch die Kommunikation verbessert werden. Nehmen Sie dazu als Beispiel einmal Bilanzierungshandbücher. Die meisten Angestellten sind von den umfangreichen Werken abgeschreckt, niemand liest das Sammelsurium an Richtlinien wirklich. Hier lassen sich leicht kleine Wettbewerbe entwickeln: Ein Unternehmen greift seine 100 wichtigsten Bilanzierungsfragen heraus, die Angestellten können sie über ein Computersystem beantworten, Punkte sammeln und jederzeit ihr Ranking einsehen und eventuell Preise gewonnen werden z.B. ein Gratisessen in der Kantine. Das funktioniert wie ein PC-Spiel. Mit dieser Methode können beispielsweise auch andere Richtlinien oder Kennzahlen intern kommuniziert werden, Produkte mit den höchsten Deckungsbeiträgen in den Fokus kommen oder Kosten kontinuierlich im Blickfeld behalten werden.

Die Wissensvermittlung ist aus Personalentwicklersicht sicherlich besonders relevant. Gamification hat viel mit Visualisierung zu tun. Fortschrittsbalken oder Levels geben dem Beschäftigten kontinuierlich Feedback – ganz anders als das eben nur einmal jährlich stattfindende Jahresgespräch.

Ein weiteres konkretes Beispiel: Im Rahmen der Mitarbeiter- und Kundenbindung dürfen Kunden eines norddeutschen Lebensmittelfachhändlers einmal im Jahr den Mitarbeiter des Jahres wählen. Dazu erhält der gewählte Mitarbeiter, wie auf dem amerikanischen „Walk of Fame“, einen Stern, der in dem hochwertigen Fliesenfußboden integriert wird.

Gamification funktioniert auch ohne Computer. Hier als Beispiel die sonst eher dröge Berichterstattung: Bei der tempus GmbH setzt man zwölf Reagenzgläser für die jeweiligen Monate ein und macht dort die Unternehmenserfolge mit Bällen für die Mitarbeiter sichtbar.

Tempus Gamification

Tempus Gamification 2

Quelle: Tempus GmbH, 2009, 2013

Eine andere Firma hat mit einer ähnlichen Methode einen Rolling Forecast der Umsatzzahlen im Eingangsbereich des Unternehmens visualisiert. So nimmt nicht nur jeder Mitarbeiter jeden Tag den Fortschritt wahr, sondern er wird auch angehalten, diesen weiter voranzutreiben. Damit auch beispielsweise Compliance-Themen umgesetzt werden, kann ein Quiz mit speziellen Compliance-Fragen entwickelt und im Unternehmen umgesetzt werden. Auf diese Weise lernen die Mitarbeiter regelmäßig die korrekten und aktuellen Gesetze und Unternehmensrichtlinien – ganz spielerisch.

Werden in Ihrem Unternehmen schon Gamification-Ansätze gefahren? Ich freue mich, wenn Sie uns darüber berichten.

Im nächsten Teil unserer Serie stelle ich Ihnen eine Nutzertypologie vor.

Auch Reporting kann man unterhaltsam machen 150 150 C4B

Auch Reporting kann man unterhaltsam machen

Gamification im Unternehmensalltag

Hand writing gamification

Spaß mit dem Bilanzierungshandbuch oder Reporting? Für uns Controlling-affine Zeitgenossen mag der Umgang mit Bilanzierungsrichtlinien ja gerade noch einen gewissen Reiz ausüben, aber von Spaß können auch wir bei dieser eher trockenen Materie wahrscheinlich nicht sprechen. Dennoch ist es wichtig, dass die Mitarbeiter in Unternehmen die wichtigsten Bilanzierungsrichtlinien kennen. Werden die Richtlinien spielerisch vermittelt, kann dabei tatsächlich Spaß aufkommen. Doch wie soll das funktionieren? Mit Gamification – so heißt der Trend, der seit einigen Jahren Einzug hält in deutschen Unternehmen. Dabei werden die Prinzipien von Computer- und Gesellschaftsspielen auf den Arbeitsalltag der Mitarbeiter übertragen. Immer mehr Unternehmen nutzen Gamification, um ihre Mitarbeiter zu motivieren und weiterzubilden. Der Vorteil gegenüber einer klassischen Schulung: Während die Mitarbeiter dort nur 20 bis 30 Prozent der Inhalte auch wirklich behalten, sind es bei mithilfe von Gamification vermitteltem Wissen bis zu 90 Prozent, so Studien. Deshalb möchte ich Ihnen auf dem Blog in einer neuen Serie das Thema Gamification und Anwendungsmöglichkeiten näher vorstellen. Die Wissenssammlung zu Gamification entstand in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Nicole Jekel von der Beuth Hochschule für Technik Berlin, die uns auch noch einmal in einem Gastbeitrag etwas zu Gamification erzählen wird.

Was heißt Gamification?
Ganz neu ist die Idee nicht. Interaktionen unterhaltsam und kompetitiv abzuhalten, um die Kundenbindung zu erhöhen, kennen wir schon aus dem Marketing. Früher war es die Rabattmarke, heute sind es Paybackpunkte oder oder Meilenprogramme von Fluglinien. Solche Kundenbindungswerkzeuge weisen etliche Mechanismen auf, die der Spielwelt entliehen sind: Klempner Mario sammelt Münzen und goldene Sterne, Vielflieger eben Bonusmeilen. Und wie lässt sich dieses Prinzip auf Unternehmen übertragen?

Bevor ich das behandele, erst einmal die Definition: Der Begriff: Gamification leitet sich aus dem Englischen „game“ für Spiel ab und meint die Übertragung von spieltypischen Elementen und Vorgängen in spielfremde Zusammenhänge. Alternative Begriffe im deutschsprachigen Raum sind „Gamifizierung und „Spielifizierung“.

„Und was nützt mir das?“ mag sich jetzt der geneigte Leser fragen.

Häufig lesen Mitarbeiter nicht gern Compliance- oder Bilanzierungshandbücher. Da diese Themen eher als langweilig empfunden werden, könnte eine spielerische Umsetzung in das Unternehmen eine Lösungsalternative sein. Mit dieser Methode können beispielsweise Richtlinien oder Kennzahlen intern kommuniziert werden, Produkte mit den höchsten Deckungsbeiträgen in den Fokus kommen oder Kosten kontinuierlich im Blickfeld behalten werden.

Über Vorteile und Einsatzfelder möchte ich Ihnen in den nächsten Beiträgen berichten.

Setzen Sie im Unternehmen schon spielerische Elemente ein? Wenn ja, freue ich mich über Ihre Beispiele und Kommentare.

Rückblick zur Konferenz der Controller als Business Partner vom 28.05.15, ZÜRICH 150 150 C4B

Rückblick zur Konferenz der Controller als Business Partner vom 28.05.15, ZÜRICH

Voller Begeisterung blicken wir auf die Konferenz des Finanz- und Wirtschaftsforums zum Thema „Der Controller als Business Partner“ am 28.05.15 in Zürich zurück. Vielen Dank für die lebhaften Diskussionen und interessanten Ansätze der Controllerinnen und Controller in der Schweiz, die wir in unserem C4B Pannel diskutiert haben.

Forum Zürich 2

Forum Zürich 1

C4B hat im März diesen Jahres den ersten C4B Benchmarking Circle ZÜRICH eröffnet und wird wie nach dem deutschen Vorbild vier Benchmarking Circles pro Jahr in Zürich abhalten. Dies sind die bereits durchgeführten Themen in 2015:

  1. März, Reporting 2.0 & Anforderungen an den Controller der Zukunft
  2. Juni, Der operative Planungsprozess und Rolling Forecast

Diese Themen werden wir bald behandeln:

  1. September 2015, KPI‘s / Dashboard
  2. November 2015, Future Schweizer Modell

Forum Zürich 4 Forum Zürich 3

Neben dem wirklich spannenden Erfahrungsaustausch unter Führungskräften des Rechnungswesens und Controllings ist Zürich immer eine Reise Wert! Vielen Dank an die Schweizer Unternehmen und auf ein baldiges Wiedersehen!

Ihr C4B Team Schweiz

Ute Schröder, Inhaberin C4B Team

Jörg Dannheim, Manager Schweiz

Bildquellen: Die Fotos in diesem Beitrag wurden von Iris C. Ritter gemacht und von der Forum Executive AG zur Verfügung gestellt.